Fructuoso Navarro – HDR Fotografie

„HDR-Fotografie hält neue, spannende Ausdrucksformen für künstlerisches Fotografieren bereit, die Sie mit diesem Buch erkunden. Entdecken Sie die Spielräume, die sich zwischen Originaltreue und freier Kreativität auftun! Fructuoso Navarro zeigt Ihnen ausführlich die grundlegenden HDR-Techniken – von der Aufnahme und den Kameraeinstellungen bis hin zum HDR-Rendering und dem anschließenden Tone Mapping. Daneben beschreibt er detailgenau fünf Möglichkeiten der Aufnahme und passt die jeweiligen Konzepte an verschiedene Aufnahmebedingungen an. Außerdem bringt er Ihnen zusammen mit international bekannten Kollegen wie Trey Ratcliff, Tony Sweet und Kim Shatwell die HDR-Fotografie mit vielen Bildbeispielen unterschiedlicher Fotogenres näher.“

Kaum ist das neue Objektiv, welches ich mir zur Ferienzeit gegönnt habe, da, habe ich mich näher mit der HDR-Fotografie beschäftigt. Es ist doch erstaunlich was man alles aus Bildern machen kann. Dieses Buch beeindruckt zuerst durch dieses Titelbild mit viel Tiefe und Details und aber auch durch den dicken und stabilen Einband. Das rote Lesebändchen erleichtert das schnelle Auffinden der zuletzt gelesenen Seite. Gegliedert wurde das Buch in sieben Kapitel. Im ersten Kapitel mit dem Untertitel Grundlagen finden grundlegende Begriffe Erwähnung. Was hat der Belichtungswert, die Belichtungsmessung, der ISO-Wert mit der HDR-Fotografie zu tun? Was bedeutet Luminanz und Reflexion in diesem Zusammenhang? In den nächsten Kapiteln wird auf die Motive an sich eingegangen und aber auch welche Ausrüstung für das Fotografieren mit HDR benötigt wird. Nach der Aufnahme folgen natürlich noch weitere wichtige Schritte: Verwaltung, Verarbeitung, Postproduktion. Es wird einige Male darauf eingegangen, dass dieses Buch für Fortgeschrittene empfohlen wird und so habe ich mich als Hobbyfotografin zeitweilen ziemlich überhäuft an allen möglichen Informationen gefühlt und musste den einen oder anderen Begriff auch nachschlagen. Sehr hilfreich fand ich besonders die Fotos, die immer wieder zur Verdeutlichung herangezogen wurden. So lösten sich meine inneren Fragezeichen oft doch wenig später in Luft auf. Und da meine Lehrerpersönlichkeit hier und da doch durchkam, musste ich über die  sehr häufig auftretenden Rechtschreibfehler bzw. Tippfehler stolpern. Hier wäre eine genauere review notwendig. Zwischendurch werden aber auch die Werke von anderen talentierten Fotografen vorgestellt. Herausstechend fand ich persönlich die Fotografien von Tony Sweet, über 10 Seiten werden seinen Werken gewidmet, einfach ein Augenschmaus!

Die mitgelieferte DVD enthält einige Belichtungsreihen und worüber ich mich ganz besonders gefreut habe, eine Testversion des HDR-Programms Photomatix.


Dieses Rezensionsexemplar wurde mir freundlicherweise von www.addison-wesley.de und www.bloggdeinbuch.de zur Verfügung gestellt.

Für alle die an der HDR-Fotografie interessiert sind und ein Grundwissen bereits mitbringen, ist dieses Buch eine Kaufempfehlung!

Zu diesem Buch findet ihr hier weitere Informationen …

Poly Bernatene – Der Tag, an dem die Nacht nicht kam

„Wenn die Sonne untergeht, Mond und Sterne am Firmament aufziehen, dann wird es Nacht. Eines Tages jedoch geschah etwas Seltsames … Ein Bilderbuch voller Poesie, das ganz ohne Worte auskommt.“

Ein Bilderbuch, welches genau wie „Gute Reise, kleine Wolke“ ganz ohne Worte auskommt. Dafür beeindrucken umso mehr die Bilder, die schon fast wie 3D wirken. Es ist wahnsinnig viel Tiefe, Perspektivwechsel, Farbenspiel eingebunden und begeistert nicht nur die Kleinen. Bernatene ist ein begnadeter Zeichner und schickt die Betrachter auf eine Reise, in der die eigene Fantasie zur Ausgestaltung der Geschichte genutzt werden soll. Ausgesprochen viele Details laden zum Verweilen und Betrachten ein. Der Handlungsverlauf lässt sich jedoch nicht so leicht erschließen. Vielleicht verwirrt mich auch nur die Anordnung von bis zu neun kleinen Bildern auf einer Seite. Das Erzählen fiel mir daher auch nicht so einfach wie bei der kleinen Wolke. Was die drei Bilder von der Karte verdeutlichen sollen, habe ich bis heute nicht durchdrungen. Aber vielleicht ist es auch einfacher als ich denke und es geht nur darum, dass die Sterne aus diesem Sack befreit werden müssen?! Das Gute bei diesen Büchern bleibt jedoch, dass es kein richtig und kein falsch gibt.

Ein ausgesprochen schön illsutriertes Bilderbuch, welches sich vor allem für die ganz Kleinen wunderbar als „Gutenacht-Betracht-Buch“ eignet.


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Friederun Reichenstetter und Hans-Günther Döring – Wie kleine Igel groß werden

„Vier klitzekleine Igelkinder sind geboren – mitten im Sommer. Noch haben sie ganz zarte Stacheln, bald aber sind sie groß genug, um die Welt zu erkunden. Die Igelmutter bringt ihnen alles bei: wo sie Futter und Wasser finden, wie sie sich vor Raubtieren verstecken und wo sie ihren Winterschlaf halten können. Denn auch Igelkinder müssen lernen!“

Die Lebenswelt der Igel ist ein sehr spannendes Thema und gehört auch in der Grundschule zum festen Bestandteil des Sachunterrichts. Friedrun Reichenstetter teilt das Buch in 13 Kapitel ein, für die sie jeweils eine Doppelseite widmet. Die angesprochenen Gebiete sind die folgenden: Aufgewacht!; Guten Appetit!; Wer schleicht durch die Nacht?; Der Tag beginnt; Ein Igel wollte Hochzeit machen; Willkommen, ihr Igelkinder!; Igelkind, pass auf!; Auch Igelkinder müssen lernen; Der Herbst ist da; Zeit für den Winterspeck; Leise rieselt der Schnee; Gerettet! und Zauberhafte Winterstille. Dabei wird ebenfalls aufgelistet was der Igel am liebsten frisst (dazu gehört keine Milch und weder Salatblätter noch Obst!), wer zu seinen Feinden gehört und was man machen sollte, wenn man einen Igel findet. In den vorletzten Seiten finden die „Igelfreunde“ weitere Informationen zum Igel, wie z.B. die Anzahl der Stacheln, die Größe, Anzahl der Zähne und eine Adresse eines Vereins, der einem sagen kann wo eine Station für kleine und kranke Igel in der Nähe zu finden ist. Das Buch schliesst mit einem Bildregister, mit den im Buch erwähnten Tieren und den dazugehörigen Seitenzahlen.
Diesem Bilderbuch ist zusätzlich noch eine wunderbare CD beigelegt. Eine sehr angenehme Männerstimme leitet durch das Buch und wird von dem Schnüffeln eines Igels und dem Zwitschern von Vögeln begleitet. Man hat den Eindruck als wäre man live dabei und würde den Igel bei seiner Futtersuche begleiten. Das Buch ist sehr anschaulich gestaltet und überfrachtet das Kind nicht mit zu vielen Informationen, es ist sehr bedacht dosiert und mit viel Detailtreue illustriert!

Kindgerecht und spannend! Für Igelfreunde ein Muss!


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Dagmar Hoßfeld – Conni and the exchange student

„How exciting! A British school class is coming to visit. And one of the exchange students is going to stay with Conni and her family. Canni can’t wait to meet Mandy from Brighton. She sounds really nice in the letter she has written. But when the British  kids finaly arrive Conni is in for a big surprise!“

Dagmar Hoßfeld greift genau die Themen auf, die Elfjährige eben beschäftigen: Schule, Freunde, die nervigen und manchmal auch lieben Geschwister, das Verhältnis zu den Eltern, die „cute boys“ aus der eigenen Klasse und in diesem Band besonders der Schüleraustausch mit einer britischen Schule. Dieser Band wird ab elf Jahren empfohlen, obwohl ich das sprachlich schon sehr anspruchsvoll finde. Zwar finden sich auf jeder Seite bis zu fünf Übersetzungen, doch es sind vor allem die Redewendungen, die einer genauen Erklärung bedürfen. Allerdings trägt auch der Kontext erheblich zum Verständnis bei, sodass nicht unbedingt jedes Wort verstanden werden muss, um den Sinn zu erfassen. In diesem Band wird ein sehr beruhigendes und idyllisches Familienleben beschrieben. Hier ist die Welt noch „in Ordnung“ und das ein oder andere Abenteuer in einem fremden Land, was durchaus realistisch ist, bringt die gewünschte Würze in diese Geschichte. (Davon hätte ich mir vielleicht etwas mehr gewünscht.) Es sind doch gewisse Dinge, die sich von Land zu Land unterscheiden und eine persönliche Stärke bedürfen, um damit fertig zu werden.
Was ich besonders sympathisch und unterhaltsam fand, waren die Wortfindungsschwierigkeiten und der Switch zwischen Deutsch und Englisch. Da sind so manche urwitzige Wortkreationen entstanden. Auch das symbolisiert die Realität, wenn man sich in einer fremden Sprache unterhält, fallen einem nicht sofort die richtigen Wörter ein, man muss sich nur zu helfen wissen und das können Mandy und Conni ganz wunderbar. Außerdem wird den Jugendlichen der Schüleraustausch schmackhaft gemacht und all die Ängste, die man vorher halt so hat, genommen.

Ein schönes Geschenk für Mädchen, die ihr Englisch verbessern möchten oder auf die ein Schüleraustausch zukommt.


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Julia Boehme und Franziska Harvey – Tschüss, kleines Muffelmonster!

Eines Morgens entdeckt Moritz unter seinem Bett ein kleines struppiges Monster. Doch dieser ist gar nicht gut gelaunt und tritt mit voller Wut gegen den Bettpfosten. Das Monster ist so schlecht gelaunt, dass es nun sichtbar geworden ist. Es schimpft, es tritt,  es motzt. Doch das Monster möchte gute Laune haben, um wieder unsichtbar zu werden und so entschliesst sich Moritz ihm zu helfen. Doch wie schafft man es einem missmutigen Monster gute Laune zu machen? Da muss sich Moritz mächtig etwas einfallen lassen …

Also mich persönlich brachte bereits das Bild vom Muffelmonster auf dem Titelblatt zum Schmunzeln. Die Schlechtelaune-Mimik ist so fantastisch eingefangen, dass es kaum besser geht. Dieses Buch könnte schon fast als ein Ratgeber für Kinder durchgehen: „Wie schlechte Laune ratzfatz verschwindet“. In diesem Buch sind etliche Tipps zu finden, was man denn nun gegen schlechte Laune machen kann. Moritz gibt sich alle Mühe, doch so leicht macht es ihm das Monster dann doch nicht. Es geht auch darum, wie man auf Freunde zu geht, denen es nicht so gut geht und sie aufmuntert und aufheitert. Die Prise Sensibilität ist super eingehäkelt, sowohl aus der Perspektive von Moritz, als auch von dem kleinen süßen Monster.
Dieses Buch kam super in einer ersten Klasse an! Die Kinder betiteln sich nun auch tatsächlich „Muffelmonster“, wenn jemand etwas kratzig und borstig erscheint 🙂 und nun haben sie auch durch das Buch genug Tipps bekommen, wie sie das ändern können.

Eine tolle Thematik mit einem liebenswürdigen Helden!

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Susa Hämmerle und Dorothea Tust – Abenteuer Spielplatz

“ Lotte und Lukas entdekcen die aufregende Welt der Technik und Physik am Beispiel des Spielplatzes: Wodurch kann man noch schneller rutschen? Wie hebt das Enkelkind auf der Wippe spielend leicht den Opa? Und was hat die Schaukel mit dem Hypnose-Pendel gemein? Auf kindgerechte, informative und humorvolle Art erklärt Susa Hämmerle das Thema Kräfte und Bewegung.“

Auch in diesem Band leiten Lotte und Lukas den jungen Leser durch die Welt der Physik und erklären in welcher Position man auf einer Rutsche im Schwimmbad am schnellsten nach unten kommt. Was Pferdekraft und Anrennkind gemeinsam haben oder wer Richard Rodriguez und George de Mestral  sind. Auch hier gibt es wieder sehr spannende und leicht ausführbare Experimente, wie z.B. Eimerschwapp oder das Krokodil-Spiel. Spielplatz ist natürlich sehr nah an der Lebenswirklichkeit der Kinder angeknüpft, denn jedes Kind war bereits auf einem Spielplatz. Ich wurde jedoch den Eindruck nicht los, dass viele Informationen, die hier geboten werden, doch etwas unnütz sind. Jedes Kind weiß, wie man seinen Körper auf einer Schaukel verlagern muss, dafür braucht man nicht unbedingt eine Zeichnung, die es noch einmal verdeutlicht. Auch die ganzen Erfinder von Karussells oder Achterbahnrekordfahrern, sind nach einmaligem Lesen wieder vergessen. Muss man das wissen? Ich bezweifle es!
Dieses Buch ist für mich sehr unübersichtlich und greift einzelne, zum Teil wirklich spannende Sachen heraus, aber schafft es nicht das Ganze „rund“ aussehen zu lassen. In der Praxis wurde dieses Buch von den Grundschulkindern eher nicht beachtet, bzw. nach zwei Seiten wieder beiseite gelegt. Viele Berichte bedürfen weiterer Erklärungen. Es kamen dann auch Fragen wie: „Was haben Geweihtiere mit einer Wippe zu tun?“ oder „Was ist kraxeln?“. Die Kinder haben die Erläuterungen der Phänomene nicht mit der „Sache“ verknüpfen können und so blieb vieles leider unverständlich.

Vereinzelt gute Berichte, doch als Ganzes sehr verschlüsselt.

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Annette John – Deadline 24

Die Menschen leben als Gefangene unter selbst erbauten Kuppelfarmen, die ihnen Schutz vor seltsamen und mörderischen Kreaturen, sogenannten Hybriden, bieten. Diese treiben tagsüber ihr Unwesen und verschlingen alles, was sich ihnen in den Weg stellt. So lebt auch Sally Hayden mit ihrer blinden Mutter, ihrem Großvater und ihrem Bruder Paul auf so einer Farm im Ödland. Doch eines Tages taucht ein Flugobjekt auf, das Paul auf die Welt da draußen neugierig macht und ihn dazu verführt  der Ödnis zu entfliehen. Doch noch ahnt er nicht, dass die Hybriden nicht die einzige Gefahr darstellen, die da draußen lauert. Lediglich die Visionen der Hayden-Frauen, gesandt von dem mysteriösen Windmann durch die verschlüsselte Nachricht „Deadline 24“, können etwas Klarheit in das Durcheinander bringen.

Dieses Cover passt zum Inhalt des Buches wie die Faust aufs Auge. Sally einsam und allein in einer menschenleeren Ödnis, umwebt von einem Bienenwabenmuster, welches einem Gefängnis gleicht. Ein böser Traum der Zukunft ist wahr geworden, die Menschheit ist dabei auszusterben und es geht zurück zu den Wurzeln, gleich dem Motto „Morgen wird wie gestern sein!“ Keine Spur von hochentwickelten Gerätschaften, man besinnt sich auf das Wesentliche und kehrt zurück zur Farmarbeit. Jetzt wo mittlerweile Autos entwickelt wurden, die lediglich durch die Gedankenkraft gesteuert werden, ist diese Vision der Zukunft nun wirklich nicht diejenige, die die meisten von uns sich vorstellen können. Doch genau hier liegt der Reiz des Ganzen. Die Geschichte ist anders und man möchte als Leser natürlich erfahren, was denn nun aus der hochentwickelten Technologie geworden ist. Der Leser wird für die Auflösung ganz schön lange hingehalten und nun ja man braucht dafür viel Fantasie. 🙂

Doch es gibt nicht nur Hybride, sondern andere Wesen wie die Spuckvipern, Orge, Grogonen, Memoranden, Trugnebel und mysteriöse Windmännern, die ihr Unwesen treiben. Annette John gelingt es wunderbar diese surreale Welt zu beschreiben. Der Schreibstil ist nicht sonderlich anspruchsvoll, lässt sich aber  flüssig lesen. Die Protagonistin wird sympathisch, mutig und authentisch dargestellt. Ich hätte mir lediglich gewünscht etwas mehr von Sallys Welt auf der Farm mitzubekommen. Daher blieb die Farm und das Leben auf dem Ödland für mich etwas undurchsichtig und oberflächlich. Es dauerte nicht lange, bis es die ersten Abenteurer an die Tür klopften  und ich muss gestehen, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte und zum Teil bis 1 Uhr nachts weitergelesen habe, obwohl ich am nächsten Tag bereits früh raus musste. Die Geschichte ist spannungsgeladen und fesselt. Von der Auflösung und dem Ende war ich dagegen etwas enttäuscht. Obwohl ich die Botschaft dahinter sehr gut finde und die Einstellung zu den Entwicklungen zum Teil  gut nachvollziehen kann. Das Ende war für mich jedoch  leider sehr „märchenhaft“ und unglaubwürdig.

Ein fesselndes Fantasy-Buch, welches die Zukunft einmal anders schildert und den Leser gut unterhält.


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Dagmar Geisler und Elisabeth Zöller – Kim kann stark sein

„Bitte! Lasst mich durch!“ Kim traut sich nicht weiter. Grit und Fritz, zwei größere Kinder aus dem Kindergarten, stehen ihr im Weg, schubsen sie und wollen ihren schönen neuen Schulranzen haben. Eigentlich möchte Kim laut um Hilfe rufen und sich wehren, aber stattdessen kauert sie sich nur ängstlich auf den Boden.
Auf sich selbst vertrauen und mutig sein ist nicht immer einfach. Aber in ihrer Kindergartengruppe lernt Kim, dass sie etwas ganz Besonderes ist und stolz auf sich sein kann. Das macht sie stark – so stark, dass selbst Grit und Fritz ihr nichts mehr anhaben können.

Kim hat zu ihrer kommenden Einschulung bereits einen Schulranzen erhalten, den sie unbedingt ihren Freunden in der Kindergartengruppe zeigen möchte. Auf dem Weg zum Kindergarten trifft sie jedoch zwei fiese Kinder, die ihr den Weg versperren und sie partout nicht vorbeilassen wollen. Kim bittet die Jungen sie in Ruhe zu lassen, doch diese Bitte findet kein Gehör. Stattdessen wird sie beschimpft, ausgelacht und geschubst. Kim macht sich klitzeklein, so klein wie ein Mäuschen, bis sie ein älterer Schüler entdeckt und die gemeinen Jungen wie der Blitz verschwinden. Kim hockt auf dem Boden und weint ganz fürchterlich. Auf Nachfrage was denn wohl hier los gewesen ist, traut sich Kim nicht die Wahrheit zu sagen, um nicht wie eine Petze dazustehen. Doch dies wird nicht die letzte Begegnung für Kim mit den beiden Jungen bleiben … Doch dann macht sie sich nicht klitzeklein, sondern wird ganz groß!

Die Themen Mobbing, Gewalt an Schulen und die Fähigkeit einen Streit zu lösen sollten in jeder Schule zum Unterrichtsthema gemacht werden. Durch dieses Buch lernen die Kinder sich nicht unterkriegen zu lassen und erwerben einen Handlungsspektrum für unterschiedliche Gefahrsituationen und erfahren wie das „Ich“, die eigene Persönlichkeit, wachsen kann. Denn durch dieses Buch kann nicht nur Kim stark gemacht werden, sondern auch die jungen Leser.

Das Layout und die farbliche Gestaltung des Bilderbuchs „Kim kann stark sein“ ist sehr ansprechend. Die Mimik der Bösewichte ist hervorragend dargestellt: die Augenbrauen, der Mund, die Augen alles zeigt unmissverständlich den Gemütszustand der jeweiligen Personen an. Auch die Körpersprache, wie z.B. das Kleinmachen, symbolisiert wunderbar die Gefühlswelt der Protagonistin. Zur Verdeutlichung wird auch noch einmal die Perspektive gewechselt und der Schulhof erscheint wie eine übergroße Fläche, auf der Kim wie ein Winzling aussieht.

In diesem Buch werden beide Seiten angesprochen, sowohl die Täter, als auch die Opfer. Beide Seiten können sich wunderbar in die dargestellte Situation und die Figuren hineinversetzen und das eigene Handeln überdenken. Auf den ersten und den letzten Seiten des Buches werden Vorschläge gemacht, wie man sich stark machen und somit wehren kann z.B.: laut „Stopp!“ sagen, einen Schrei ausstoßen, sich ganz schnell zurückziehen, die Ärgerer ignorieren, jemanden um Hilfe bitten etc. Das Buch stellt nicht nur einen Konflikt dar, sondern bietet auch mehrere Lösungen an, was ich ganz besonders gut finde.
Es wird auch ein Schatzlied vorgestellt, welches die Erzieherin gemeinsam mit ihren Kindern singt und somit zur Stärkung der eigenen Fähigkeiten und zur akzeptierenden Haltung und Weiterentwicklung der Empathiefähigkeit in einer Gruppe beiträgt.

Zu diesem Bilderbuch stellt der Loewe Verlag eine Lehrerhandreichung, nach erfolgreicher Registrierung, zum Download bereit. Auf über 44 Seiten werden viele Vorschläge für die Arbeit mit dem Bilderbuch gegeben: kreatives Schreiben (Gedichte), szenischer Umsetzung, Bögen für die Buchbewertung, Klassenregelerstellung. Der Leser findet hier außerdem Hinweise zur Elternarbeit, allgemeine Informationen zum Thema Mobbing und lerntheoretische Vorbemerkungen. Insgesamt ist eine Sammlung an sehr ausführlichen und wertvollen Unterrichtshilfen, die sehr empfehlenswert und praxisorientiert sind.

Ein sehr wertvolles „Schatzbuch“, welches nicht nur in jedem Elternhaus, sondern auch in jeder Grundschulklasse Eingang finden sollte.

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Susa Hämmerle und Dorothea Tust – Abenteuer Sehen

“ Lotte und Lukas entdecken die aufregende Welt des Sehens: Warum braucht man eine Brille? Wobei helfen Nachtsichgerät, Mikroskop oder Fernrohr? Und tun Röntgenstrahlen wirklich nicht weh? Auf kindgerechte, informative und humorvolle Art erklärt Susa Hämmerle das Thema Sehen und verschafft damit den richtigen Durchblick.

Die beiliegende DVD enthält völlig neu entwickelten Zugang zum faszinierenden Phänomen des Sehens. Fotos und Filme, Abenteuerspiele, Quiz und Bastelanleitungen ermöglichen eine spielerische Entdeckungsreise in die Welt der Technik und des Sehens. „

Das Thema „Sehen“, als eines der fünf Sinne ist auch Unterrichtsthema  in der Grundschule und für viele Kinder besonders spannend. In diesem Buch „Abenteuer Sehen“ führen die Geschwister Lotte und Lukas gemeinsam mit ihrem Hund Felix, als Wegweiser den Leser durch das Buch. Zuallererst wird auf das Auge an sich eingegangen. Wie sieht ein Auge aus? Wie unterscheidet sich das menschliche Auge von den Augen einiger Tiere? Eine sehr anschauliche Illustration verdeutlicht wie das Auge das Gesehene „entschlüsselt“. Im nächsten Kapitel ist die Fehlsichtigkeit ein Thema: Brille, Farbenblindheit, Schielen. In den darauffolgenden Kapiteln werden dem Leser viele Informationen über physikalische Geräte geboten. Es geht um Mikroskope, Zeitlupen, Computertomographe, Ultraschallmikroskope, Wärmebildkameras, Rastertunnelmikroskope, optische Täuschungen und vieles mehr. Auf jeder Doppelseite liefern „Steckbriefe“ zusätzliche Aufklärungen z.B. zum Thema Pupille, Brille oder einem Nachtsichtgerät. Ein weiteres spannende Extra ist die Rubrik „Experimente“, denn hier können die Leser selbst aktiv werden und Experimente durchführen, für die sie oft nicht viel brauchen außer einem Finger, einer Büroklammer, einer Bohne usw. Alles Sachen, die man eigentlich schnell beschaffen kann oder bereits im Haushalt hat. Das Buch eignet sich als zusätzliche Informationsquelle, für Kinder die bei diesem Thema besonderes Interesse zeigen und sich vertiefend informieren möchten. Als Einsteigerbuch würde ich es nicht unbedingt empfehlen, weil die sehr kurzen, oft aus dem Zusammenhang gerissenen  Informationen keinen wirklichen Rahmen schaffen.

Die mitgelieferte DVD ist für Kinder oft sehr motivierend und gliedert sich in vier Unterpunkte: zwei Spielen, einem Quiz und einer Bastelecke, die Materialien auf einer PDF-Datei anbietet. Bei den Spielen geht es darum die unterschiedlichsten Geräte in einem Museum zu sammeln, sich darüber zu informieren und sie danach auch passend einzusetzen. Es werden Situationen geschaffen, für die die Wegweiser z.B. unbedingt ein Fernrohr benötigen und es liegt an dem Leser dies zu erkennen und anzuwenden. Auf spielerische Weise eignen sich hier die Kinder das überaus nützliche Wissen an und haben dabei auch Spaß!

Ich könnte mir durchaus vorstellen, sowohl das Buch, als auch die DVD im Unterricht zum Thema „Sinne“ z.B. bei Wochenplanarbeit einzusetzen. Hierfür wäre allerdings ein Glossar sehr wünschenswert. Das Buch wäre dann eine Informationsquelle unter vielen, die zusätzliche und spezifische Informationen anbietet und eventuell die Neugierde einiger Kinder weckt, sich mit diesem Thema vertiefend auseinandersetzen zu wollen.

Zur Vertiefung und Aneignung von interessanten Details für computerbegeisterte Sprösslinge zu empfehlen. Wissenschaft zum Selberausprobieren!


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Heinz Klippert und Frank Müller – Methodenlernen in der Grundschule

„Der Band enthält vielfältige Anregungen, wie Grundschüler/innen in elementarer Weise Lernkompetenz, Selbstständigkeit, Zielstrebigkeit, Kommunikationsfähigkeit und Teamfähigkeit vermittelt werden kann. Konkret wird gezeigt, wie Grundschulkollegien ihre neue Lernkultur machbar, kleinschrittig und wirksam aufbauen (können).

Wie diese breit gefächerte Methodenschulung im Alltag der Grundschule gezielt angegangen werden kann, wird im vorliegenden Buch anhand zahlreicher Lern- und Trainingsarrangements gezeigt. Dokumentiert werden mehr als 100 erprobte und bewährte Unterrichtsbausteine mit unterschiedlicher fachlicher und methodischer Ausrichtung.“

Das Lernen lernen wird in der heutigen Schulpädagogik ganz groß geschrieben. Die Aufgabe des Lehrers ist es den Schülern die passenden Methoden an die Hand zu geben, damit sie sich selbstständig Wissen aneignen können. Erfolgreiches Lernen ist nämlich mehr als reine Stoffvermittlung, das Lernen soll mehrkanalig erfolgen und dafür benötigen die Schülerinnen und Schüler die entsprechenden Methoden.

Im ersten Kapitel von „Methodenlernen in der Grundschule – Bausteine für den Unterricht“ geht es um die Begründung bzw. Darlegung der Notwendigkeit zur Methodenschulung in der Grundschule. Es wird dafür plädiert, dass Methodenschulung notwendig und als Unterrichtsgegenstand eine große Bedeutung inne hat, die sich lohnt. Es wurden konkrete Lernspiralen zu gängigen Themen der Grundschule entwickelt, die folgenden Trainingschritten folgen: Sensibilisieren, Konkrete Übung, Reflektieren, Regeln klären, Regeln anwenden, Strategie verfeinern und Routine festigen.

Für das Fach Deutsch werden die meisten Lernspiralen vorgestellt, insgesamt 16. Unter anderem zu freiem Erzählen, Gedichte schreiben, Rollenspiel vorbereiten und durchführen. Die weiteren Lernspiralen werden Mathematik und Sachkunde zugeordnet, nur die wenigen Lernspiralen sind Musik und Religion. Zum Methodenbereich „Lern- und Arbeitstechniken“ einüben werden ebenfalls Trainigsspiralen präsentiert und zwar Ordnung am Arbeitsplatz halten, Unterstreichen und Markieren üben, Lernkärtchen herstellen etc. Aktives Zuhören und Nacherzählen, Kooperative Präsentationsformen üben, Umgang mit Konflikten in Gruppen lernen, sowie Regeln für die Gruppenarbeit entwickeln gehören dem Bereich „Kommunikation und Kooperation“ an. Das letztere habe ich selbst im Unterricht ausprobiert und die dazu gelieferten Arbeitsblätter genauso eingesetzt, wie es im Buch vorgeschlagen wurde. Es hat ohne Adoption super geklappt. Die Zeichnungen sind sehr ansprechend und zu jeder Spirale gibt es eine Übersicht über den Ablauf, sowie die Kurzfassung der Intention. Auch die Beschreibung der Arbeitsschritte ist verständlich und klar formuliert. Das abschließende Kapitel beschäftigt sich mit Hinweisen und Beispielen zur schulinternen Umsetzung, wie Teamarbeit im Kollegium oder methodenzentrierte Elternveranstaltungen.

Dieses Buch lässt sich problemlos in der Praxis umsetzten, ohne aufwändiger Vorbereitung. Ein sehr gutes Buch für Lehrer und besonders Lehramtsanwärter, die hier so einiges an Werkzeug und theoretischen Erkenntnissen mitnehmen können.

Das Buch ist praxisnah,  ansprechend und verknüpft konkrete Methoden mit Inhalt. Die Investition lohnt sich!




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