Eva Hierteis und Andrea Stegmaier – Roarrr!: Theo Wutlöwe im Gefühle-Dschungel

Theo wird manchmal zum Löwen. Dann brüllt er ganz laut, denn die Wut lässt alles in seinem Bauch brodeln. Es fühlt sich so an, als würde ein Sturm durch seinen Gefühle-Dschungel fegen.

Tatsächlich findet er sich mit Mähne und Krallen im Dschungel wieder und macht seinen unangenehmen Gefühlen Luft. Dort trifft er auf einen Papagei, der ganz nett und ausgelassen klingt. Als Begleittier flattert er über Theo, um ihn sicher nach Hause zu bringen und ihm den Weg zu weisen. Lediglich die kleine, ängstliche Maus verschreckt das Gebrüll des Löwen. Ihr zuliebe brüllt Theo etwas leiser. Der lustige Affe und das traurige Krokodil schaffen es, dass die Wut beim Löwen verschwand.

Dem kleinen Löwen wurde so warm unter seinem Fell, als würde die Sonne in ihm scheinen.

Aus diesem Bilderbuch strömt Akzeptanz allen Gefühlen gegenüber. In jedem von uns steckt ein Dschungeltier und damit Fröhlichkeit, Ängstlichkeit, Trauer und aber auch Löwenmut und Wut. Gefühle sind vergänglich und jede Emotion hat ihre Berechtigung. Keine Emotion ist zu verurteilen und sollte ihren Platz haben. Sobald Theos Wut verflogen ist, findet er sich in seinem Kinderzimmer wieder. Papas Stimme kommt ihm allerdings sehr bekannt vor. Welches Dschungeltier wird er wohl übernommen haben?

Gefühle wahrnehmen, sie mit körperlichen Reaktionen einordnen zu lernen und benennen zu können, erfordert Übung. Gefühlskarten können hierbei eine große Hilfe sein. Dabei ist es möglich, Kinder die Gefühle anhand der Bilder selbst benennen zu lassen. So lernen sie das Lesen der Gesichtsausdrücke und erweitern ihren Wortschatz in Bezug auf Eigenschaftswörter. Der Einsatz der Gefühlskarten ist aber auch als Ritual im häuslichen Rahmen denkbar. Am Ende des Tages darf das Kind eine Gefühlskarte nehmen und ein Ereignis, aus das das Gefühl zutrifft reflektieren und versprachlichen. Als Elternteil macht man es in regelmäßigen Abständen vor, damit es sich besser einspielen kann und zur Selbstverständlichkeit wird. Die Hintergrundfarbe der Emotionskarten soll zudem die Stimmung auch visuell unterstützen.

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Nicola Edwards und Andrea Stegmaier – Ich zeig dir meine Welt

Fremde Kulturen strömen eine ganz eigene Faszination aus. Auch wenn moderne Technologien und die Möglichkeiten des einfacheren Reisens uns den Einblick in diese Vielfalt vereinfachen, so gibt es weiterhin viel Spannendes zu erfahren und zu entdecken.

In Vietnam werden keine Geburtstage gefeiert. Jeder wird am Tet, dem Neujahrstag, ein Jahr älter. Während dieses Festes schmücken die Menschen ihre Häuser mit Pfirsich- und Aprikosenblüten.

Ich zeig dir meine Welt (S. 61)

Mit „Ich zeig dir meine Welt“ dürfen wir auf Gedanken-Reisen gehen. Denn hier wurden ästhetisch ansprechende Türöffner geschaffen, die einen „glimpse“ in die fremde Welt gewähren. Jede Doppelseite hat ihr Thema, welches durchaus vom Mainstream abweicht und daher umso spannender erscheint. Die Leser:innen informieren sich über Hausmittelchen bei Erkältungen, typische Frühstückssitten, exotische Früchten, beliebte Pizzabeläge, nehmen an kurzen Sprachkursen teil und bekommen einen Einblick, wie die Kinder in den jeweiligen Ländern wohnen, reisen, schlafen und sich begrüßen.

Die Informationstexte sind kurz gehalten, pointiert und können wirklich als „Fun Facts“ bezeichnet werden. Das Staunen wird auch auf die Erwachsenen übergehen. Die Durian-Frucht oder die Lacuma-Frucht hat es schließlich nicht in jeden Supermarkt bei uns geschafft. Dass es in Frankreich als unhöflich gilt beim Essen die Hände in den Schoß zu legen, wird vielleicht auch nicht jedem bekannt sein. Dieses Bilderbuch darf dafür umso häufiger in die Hände genommen werden. Auch in Grundschulen und anderen Einrichtungen für Kinder ist es eine wunderbare Quelle zum Stöbern und Austauschen.

Spannende und unterhaltsame Fakten zum interkulturellen Lernen.

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