April Pulley Sayre – One is a snail, Ten is a crab

 

Wenn die Zahl „1“ einer Schnecke, die Zahl „2“ einem Menschen und die Zahl „4“ einem Hund zugeordnet wird… dann kann es sich ausschließlich um Füße handeln. Das Bilderbuch „One is a snail Ten is a crab“ bezeichnet sich selbst als „a counting by feet book“.

Im Zahlenraum bis 10 werden alle Zahlen an unterschiedlichen Tieren (Fliegen, Spinnen, Krebse) bzw. der Anzahl ihrer Füße verdeutlicht. Während bei der 7 die Fliege auf der Schnecke reitet, kommt bei der 8 ein ganz neues Tier zum Vorschein, nämlich eine Spinne. Bei dem Krebs angekommen, der bekanntlich eine stolze Anzahl von 10 Füßen aufweisen kann, wird im Zehnerschritt bis zur 100 gesprungen:

30 is three crabs … or ten people and a crab.

40 is four crabs … or ten dogs.

 

Endlich wieder ein Bilderbuch, das sich hervorragend fächerübergreifend auch im Mathematikunterricht aufgreifen lässt. Das Buch bietet  entsprechend der Vielfalt der unterschiedlichen Lernvoraussetzungen und Aneignungsaktivitäten der Kinder differenzierte Zugänge. Während jüngere Kinder die einzelnen Füße einfach nur durchzählen, können die etwas fitteren Kinder bereits eine Strategie entdecken und an das Multiplizieren herangeführt werden.

Die linke Seite des Bilderbuchs addiert bis zur 100 fortlaufend einen Krebs dazu. Die rechte Seite lässt sich wunderbar vorerst verdecken, um die Kinder Vermutungen äußern zu lassen, woraus sich diese Zahl noch zusammen setzen lässt. Könnten bei 3 Krebsen es vermutlich 3 Spinnen und 6 Schnecken oder vielleicht 3 Spinnen und 1 Fliege oder gar 7 Hunde und ein Mensch sein? Wie viele Möglichkeiten gibt es überhaupt?

 

Ein sehr empfehlenswertes Bilderbuch zur Einführung des Multiplizierens.

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Masayuki Sebe – Let’s count to 100!

Auf 11 Doppelseiten werden jeweils 100 kunterbunte Cartoon-Charaktere in ereignisreichen Szenarien präsentiert. Die Bandbreite reicht von Mäusen, Fischen, Maulwürfen, Katzen, Elefanten bis hin zu Autos und Häusern. Die letzte Doppelseite fasst alle Charaktere (jeweils 10)  in einem gemeinsamen Bild voll von Trubel und Kuddelmuddel zusammen. Jede Szenerie beginnt mit demselben Satzanfang „There are 100 … (fish, sheep, houses, moles, cats etc)“.

Die Tiere und Objekte werden nicht einfach nur nebeneinander gestellt, sondern laden zum Verweilen und längeren Betrachten ein. Kinder mit scharfer Beobachtungsgabe werden schon bald die winzigen Figuren in unterschiedlichen Aktionen antreffen. Da wäre eine Maus, die sich in den Schwanz einer Katze einbeißt oder eine Schnecke, die dem Maulwurf den Weg versperrt. Kleine und kurze Ausrufe wie „Hey, I’m upside down.“, „Ready, set, eat“ oder einfach nur „Yum!“ bringen weitere Erheitungsmomente mit sich. Und wer ganz genau hinschaut, entdeckt auch schnell, dass die Charaktere der vorherigen Seite auf die kommenden Objekte überleiten und auf der nächsten Seite in unterschiedlichen Begebenheiten wieder auftauchen. Hier heißt es immer: Augen auf!

Die allerletzte Seite stellt ein Quiz vor und bildet bestimmte Objekte ab, die im Buch wiedergefunden werden sollen. Mit dem Satzanfang „Did you see…“ wird der Leser gebeten zurückzublättern und einen „farting mole“ oder „the sleeping ant“ zu entdecken.

Ich bin zugegebenermaßen ein großer Fan von diesen neumodischen schnörkellosen Illustrationen. Daher bin ich von diesen Zeichnungen total gefangen und liebe es die unterschiedlichen Gesichtsausdrücke der Katzen und die äußerst niedlichen Elefanten zu betrachten. Die Objekte fügen sich alle sehr harmonisch zusammen und man hat zu keinem Zeitpunkt das Gefühl die Seiten wären zu überfüllt oder könnten einen erschlagen.

Um das Zählen den jüngeren Kindern zu erleichtern, wurde die „Kraft der 10“ genutzt und die Tiere und Objekte stets in „10er Päckchen“ gepackt, abgetrennt durch verschiedene Farben oder auch kleine Hindernisse wie die Ameisen, die den Maulwürfen den Weg versperren. Auf der vorletzten Seite wird sich vorsichtig an die Multiplikation herangetastet und die Objekte in der Rechenoperation 10 x 10 darzustellen versucht.

Die deutsche Ausgabe wurde sogar in „Immer 10“ umbenannt und richtet das Augenmerk verstärkt auf die Gruppierungen und nicht ausschließlich auf das Gesamtergebnis.

In der Grundschule kann das Buch dazu genutzt werden den Zahlenraum ab 10 in englischer Sprache zu üben. Mit einem fest verankerten Platz in der English-Corner können die Schüler es vielleicht sogar in der Freiarbeitsphase mithilfe des Easy-Speak -Mikrofons als Hörbuch aufnehmen und somit das Zählen weiter festigen.

Ein sehr ansprechend gestaltetes Wimmelbuch voll von Entdeckungen!

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Davon bitte mehr …

Eine kleine Umfrage, um das meist mitgeteilte Interesse demnächst hier stärker zu vertreten.

Ich bin gespannt, was euch am meisten interessiert!

Alle Teilnehmer können als ein kleines Dankeschön auf Wunsch folgendes Material per Mail zugesandt bekommen:

Bitte schickt mir eine Nachricht an papillionis(at)hotmail.com mit folgendem Betreff „Umfrage November 2012“.

(Die Umfrage läuft bis zum 25. November 2012.)

Das Spiel kann zu zweit und auch alleine gespielt werden. Hierbei lassen sich Zerlegungsaufgaben im Zahlenraum 8 sehr gut darstellen. Additionsaufgaben können auf einem externen Arbeitsblatt ebenfalls schriftlich festgehalten werden. Dazu orientieren sich die Kinder an den links und rechts gelegenen Blättern. Subtraktions- und Umkehraufgaben lassen sich auch gut realisieren. Habt ihr noch Ideen?

Claudia Herdemeier – Rechenschwache Kinder individuell fördern

Rechenschwache Kinder sind vor allem im Grundschulalter schwer zu entdecken. Schließlich ist das zählende Rechnen die erste Strategie, die sie beigebracht bekommen. Sie nutzen ihre Finger, den Rechenrahmen oder die Rechenplättchen, um die Rechenoperationen erfolgreich zu bewerkstelligen. Im fortschreitenden Lernprozess eignet man sich weitere Strategien an, die das Zählen erleichtern und beschleunigen sollen. Viele Kinder verbleiben jedoch beim zählenden Rechnen und behelfen sich so mit selbst angeeigneten, nicht immer von Erfolg gekrönten Hilfsstratgien.

Das Umschalten auf sinnvolle Rechenstrategien und damit verbunden das Ablösen vom zählenden Rechnen ist das Ziel dieses Buchs.

Claudia Herdemeier stellt ein systematisches und praxiserprobtes Förderprogramm vor, das bei der Diagnose an den Stärken der Kinder anknüpft. Das Ziel dabei ist vom Standpunkt des Kindes aus, für ihn persönlich passende und somit individuelle Anschlussübungen zu finden. Dem Lehrenden wird eine Richtschnur vorgegeben, die nach Erfahrungswerten der Autorin zusammengestellt wurde und den üblichen Ablauf der Aneignugsstrategien darstellt.

Der Aufbau der Themen ist modulartig angelegt und orientiert sich am positiven Selbstkonzept der Kinder. Da viele Kinder durch Misserfolge bereits Schaden am Selbstkonzept genommen haben, wird hier versucht durch angepasste Übungen den Kindern wieder Mut zu machen und Erfolgserlebnisse zu vermitteln.

Von der Zahlvorstellung und der Zahlenraum-Erarbeitung, über Zerlegungs- und Analogieaufgaben bis hin zum sicheren Kopfrechnen ohne Material, die Reihenfolge der Förderschwerpunkte ist sinnvoll erarbeitet worden. Dabei wird zuerst viel Wert auf ikonische (also bildliche) Darstellung gelegt. Erst im weiterem Verlauf sollen die Kinder sich vom bildlichen Rechnen lösen und symbolische Operationen ganz ohne Hilfsmaterial ausprobieren und verinnerlichen.

Bereits vorbereitete Arbeitsblätter sollen helfen Muster, Beziehungen und operative Strukturen zu entdecken. Zur optimalen Individualisierung können sämtliche Kopiervorlagen mithilfe der editierbaren Arbeitsblätter auf der beigelegten CD-ROM an die SuS individuell angepasst werden.

Dieses Buch öffnet einem wirklich die Augen und stellt Schritt für Schritt die notwendigen, aufeinander aufbauenden Teilschritte zur Ablösung vom zählenden Rechnen dar. Oft sind es wirklich klitzekleine Erkenntnisse, die die Kinder benötigen, um von einem Förderschwerpunkt zum nächsten zu gelangen.

Ein weiterer Pluspunkt dieses Werkes ist die genaue Vorstellung von differezierenden Übungen, die aufeinander aufbauen. Es werden notwendige Materialien zusammengefasst und die genaue Vorgehensweise bildlich untermauert. Die Automatisierung der erworbenen Erkenntnisse wird stets durch die beigelegten Arbeitsblätter realisiert. Sehr einfache und trotzdem effektvolle Spiele dienen dazu, dass es bei den SuS Klick macht und der Schleier für oft abstrakte Rechenopreationen fällt.

Ich habe bereits viele der vorgestellten Übungen ausprobiert und der „Aha-Effekt“ war deutlich zu erkennen. Manche Kinder brauchen eine kleinschrittige Vorgehensweise und die Ergründung des „Warums“. Wofür ist die „Kraft der 5“ dar? Erleichtert es mir das Rechnen?

Beispielübung aus dem Buch: Unteschiedliche Darstellungsformen von Zahlen sortieren

Mit diesem sehr durchdachten und kleinschrittigen Handwerkszeug können Kinder im Grundschulalter über das Lehrwerk hinaus ganz individuell gefördert werden, um sich vom zählenden Rechnen abzulösen.

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Martin Baltscheit – Die Geschichte vom Löwen, der nicht bis 3 zählen konnte

Der Löwe kann brüllen und Zähne zeigen, nur das zählen beherrscht er nicht. Aber das stört ihn nicht. Nun ja, bis er eines Tages einen Löwen trifft, der seiner Löwin einen Blumenstrauss schenkt und ihre Aufmerksamkeit somit für sich beansprucht. Das missfällt dem Löwen sehr. Als ein Schmetterling ihn auf seine Wut provozierend fragt: „Na, hör mal, kannst du nicht bis 3 zählen?“, beschliesst der Löwe sich auf den Weg zu machen, um jemanden zu finden, der bis 3 zählen kann…

Das Buch „Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte“ hat sich ja mittlerweile als Klassiker zur Einführung in das Thema Briefe schreiben fest etabliert. Die Illustrationen begeistern die Kleinen stets aufs Neue und das Mitsprechen der sich wiederholenden Strukturen geschieht wie von selbst. Umso erfreuter war ich eine Fortsetzung des überragenden Bilderbuchs in den Händen zu halten.

Die erste Illustration schliesst an das letzte Bild aus „Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte“ an und zeigt den Löwen und die Löwin lesend auf der Wiese liegen. Durch ein Missverständnis verspürt der Löwe Minderwertigkeitsgefühle und beschliesst die anderen Tiere zu bitten, ihm das Zählen beizubringen, um seine Löwin wieder beeindrucken zu können. Dieses Vorhaben ist jedoch nicht von Erfolg gekrönnt, denn jedes Tier hat für sich nur eine besondere Zahl auserkoren wie z.B. das Einhorn die eins, die Schwäne die 2 usw., das Aufsagen einer Folge von  Zahlwörtern kann leider keines dieser Tiere. Die Antworten der Tiere sind stets in Reimform  und sehr amüsant. Die wiederkehrende Satzstruktur „Total blöd!“ animiert auch hier zum Nachsprechen. Die Illustrationen geben geschickt versteckt die nun folgende Zahl z.B. durch den Uhrzeiger, Kerzenanzahl, Kinderzahl etc. wieder. Beim Vorlesen kann vor der Erwähnung der richtigen Zahl innegehalten werden, um den Kindern die Möglichkeit zu geben, die Zahl von sich aus zu nennen.

Der Fokus liegt in diesem Bilderbuch, meiner Meinung nach, jedoch eher auf der Zweideutigkeit bestimmter Aussagen. Was meint der Schmetterling, wenn er fragt: „Kannst du nicht bis 3 zählen?“, als der andere Löwe die Aufmerksamkeit der Löwin mit einem tollen Blumenstrauß auf sich lenken konnte und dafür einen Kuss bekam? Oder was bedeutet die Äußerung des Löwen nach einem Zweikampf, dem Löwen Bruchrechnung beigebracht zu haben? Diese Aussagen dienen wunderbar als Aufhänger zur Thematisierung von Redewendungen.

Leider empfinde ich den Ausgang der Geschichte, pädagogisch betrachtet, nicht wirklich gelungen. Das Problem der Rivalität wird mit Fäusten und Gewalt gelöst. Natürlich muss man im Hinterkopf behalten, dass die Löwen in der Tierwelt es genauso tun, aber einen bitteren Nachgeschmack hat es für mich trotzdem.

Zum Thema Bilderbücher im Mathematikunterricht verweise ich auf dieses äußerst gelungene Bilderbuch zur Mengenerfassung: Zwölf und der Wolf.

Zur Thematisierung von Redewendungen und zweideutigen Aussagen sehr zu empfehlen.


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