Anthony Browne – How do you feel?

In diesem bunten Bilderbuch finden sich 15 unterschiedliche Gefühlszustände. Ein kleiner Affe begleitet den Leser durch das Gefühlschaos und durchlebt sie alle auch selbst. Nach der Frage „How do you feel?“, schlüpft der Affe inklusive seiner Mimik und Gestik, in den Gefühlszustand „bored“ und gähnt dabei genüsslich. Bei „angry“ stampft er wutentbrannt mit seinem Fuß auf. Anschließend blättert  er in einem Buch und „feels curious“, bis aus dem Buch eine große Schlange herauskriecht, was  den kleinen Affen zum Gefühlszustand „surprised“ wechseln lässt.

Die Bandbreite der dargestellten Gefühlszustände ist groß, wobei man sich wohl streiten kann, ob „hungry“ und „full“ ebenfalls zum Thema „feelings“ hinzugezählt werden können.

Die Mimik des Affen und die Positionierung im Bild verdeutlicht immer sehr gut, welches Gefühl gemeint ist. Oft werden die gegensätzlichen Gefühlzustände, wie z.B. „confident“ und „shy“ auf einer Doppelseite gegenübergestellt, um den Kontrast zu verdeutlichen.

Die stetig repetitive Satzstruktur „Sometimes I feel …“ lässt sich schnell einprägen und für anschließende Übungen übernehmen. Hierbei können die Kinder ein kleines Leporello gestalten, um ihre unterschiedlichen Gefühlszustände in bestimmten Situationen festzuhalten. Auf der letzten Seite im Buch finden sich alle Gefühlszustände auf einer Doppelseite als Minibildkarten, die sehr gut im Unterricht Anwendung finden können. Für regelmäßige Interviews oder als festes Ritual am Stundenanfang  lässt sich die Fragestruktur „How do you feel?“ und „I feel …“  ebenfalls sehr gut integrieren.

Gute Darstellung der Mimik und Gestik zum Thema „Gefühle“. Durch die einfache und sich wiederholende Satzstruktur eignet sich das Buch sehr gut für den fremdsprachlichen Unterricht.

 

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Robert Neubecker – Wow! School!

In einer kurzen Einführung wird dem Leser Izzy vorgestellt. Heute ist ihr erster Schultag. Der Schulbus bringt sie in die Welt der vielen bunten Bücher. Hier trifft sie auch auf andere Kinder und darf mit ihnen gemeinsam Kunst-Projekte durchführen und viel über die weltlichen Phänomene im Sachunterricht lernen.

Izzy ist von den vielen Eindrücken überwältigt und ruft in großem Erstaunen stets „Wow! Classroom!“, „Wow! Teacher!“, „Wow! Art!“, „Wow! Science!“, „Wow! Books!“ aus.

Die wimmelbilderbuch-ähnlichen Doppelseiten stellen eine kunterbunte und sehr turbulente Welt der Schule dar. Das Lernen wird spannend, herausfordernd und voll neuer Abenteuer dargestellt.

„Wow! School!“ eignet sich sehr gut als ein Buch für die English Corner, welches gemeinsam mit einem Partner „gelesen“ werden kann. Es deckt die meisten Wörter zum Themenfeld „At school“ ab und regt zum Austausch an. Im Klassenraum hängen Plakate mit unterschiedlichen Tieren, die in Erinnerung geholt werden können. Aufmerksame Betrachter werden auch schnell die Wochentage entdecken. An der Uhr kann die Uhrzeit abgelesen, die Farben auf Englisch benannt, die Zahlen rekapituliert und die Kleidung beschrieben werden.

In Partnerarbeit bietet es sich an das Spiel „I spy with my little eye..“ zu spielen. Hier wird man schnell merken, dass aufgrund der schon fast überfüllten Seiten das Finden gar nicht so einfach ist.

Die Malkreide-Zeichnungen spiegeln die Überschwenglichkeit des Mädchens und die vielen Möglichkeiten, die eine Schule für die Persönlichkeitsentwicklung bietet, sehr gut wieder. Die einzelnen Ausrufe von Izzy sind kurz und simpel und so kann das Buch bereits im ersten Schuljahr für das eigenständige Betrachten eingesetzt werden.

Ein Buch mit dutzenden Geschehnissen, geeignet für das eigenständige Betrachten, passend zur Thematik „at school“.

 

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Lois Ehlert – Growing vegetable soup

Auf den Wunsch des Vaters wird eine „Gemüse-Suppe“ angepflanzt. Es wird das genaue Vorgehen step-by-step beschrieben: find tools, plant seeds, give them water, wait for the warm sun, watch over the weed, pick or dig up, wash, heat water in a pot, cook and eat.

Die einzelnen Schritte werden ebenfalls bildlich dargestellt. Auf jeder Doppelseite stehen zusätzliche Einzeheiten zum Entdecken bereit, die ebenfalls ganz klein und unauffällig beschriftet wurden. Unterschiedliches Werkzeug wie Harke (rake), Schaufel (shovel) oder Hacke (hoe) oder auch verschiedenste Gemüsesorten, darunter carrots, peas, green beans, tomatoes, potatoes etc.

Von der Bohne bis zur fertigen Suppe erklärt dieses farbige Bilderbuch das genaue Vorgehen beim Pflanzen und lädt definitiv zum Nachmachen ein. Es ist besonders für bilinguale Grundschulen empfehlenswert. Im  Sachunterricht können mithilfe dieser äußerst vereinfachten Illustrationen die Wachstumsbedingungen von Pflanzen thematisiert oder die genauen Schritte des Anpflanzens festgehalten und ausprobiert werden. Der bereits vorgegebene word pool ist hierbei äußerst hilfreich.

Die sehr abstrakt gehaltenen Zeichnungen werden womöglich nicht jedermanns Geschmack sein. Das Buch ist jedoch so lehrreich und vielfältig einsetzbar, dass man darüber getrost hinweg sehen kann.

Auf der Rückseite wird die Zubereitung einer Gemüsesuppe beschrieben, inklusive der Zutatenliste und der einzelnen Zubereitungsschritte. Ist das nicht eine tolle Überleitung zum selbstständigen Verfassen von Rezepten?

Ein pädagogisch sehr wertvolles Buch über die praktischen Aspekte des Pflanzens.

 

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Ed Emberley – Go away, big green monster!

Passend zu Halloween präsentiere ich euch heute ein Bilderbuch über ein sich Seite-für-Seite enthüllendes gruseliges Monster. Jede Seite wurde sehr clever ausgestanzt und deckt etappenweise unterschiedliche Eigenschaften des Monsters auf. Auf der ersten Seite sieht man auf einem schwarzen Hintergrund zwei runde, glänzende Augen: „Big Green Monster has two big yellow eyes.“ Jede Seite addiert ein adjektiv-geladenes Element hinzu … a long blue nosea big red mouth with sharp teeth …  scraggy purple hair – solange bis die Kulmination der Eigenschaften in dem Ausruf „YOU DON’T SCARE ME! SO GO AWAY … “ endet. Ab hier werden die angsteinflößenden Eigenschaften nun in rückläufiger Reihenfolge wieder subtrahiert, bis das Monster mit der augenzwinkernden Bemerkung des Erzählers „and DON’T COME BACK! Until I say so.“ gänzlich verschwunden ist.

Dieses phantasievolle Werk nähert bereits sehr junge Leser behutsam an das Thema Monster und Angst heran. Schritt-für-Schritt werden beängstigende Elemente dazu addiert und lassen dem Betrachter Zeit sich an das verändernde Bild zu gewöhnen. Sie selber können kontrollieren, ab wann es eine Stufe höher gehen kann.

Durch die Ausstanzung hat es eine große Anziehungskraft auf Kinder, die zum weiteren Entdecken nur so einlädt. Hier lassen sich auch wunderbar Vorhersagungen treffen.

Das freche Wechselspiel zwischen Form und Farbe ermöglicht die eigene Nachgestaltung eines solchen Monsters im Kunstunterricht. Mit einem kleinen Buch kann das Monster sich schon fast wie beim Daumenkino stetig und immer weiter offenbaren. Im Englischunterricht kann der Wortschatz rund um Körperteile, Farben und Adjektive wiederholt und auch erweitert werden.

 

Ein phantasievolles Werk umwoben von viel Spannung und Entdeckerlust.

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Dr. Seuss – My book about me

Dieses schon fast antike Buch von dem bekannten und beliebten Dr. Seuss ist thematisch nach den grundlegenden Themen aufgebaut, die bereits in der Grundschule im Englischunterricht behandelt werden. Die Seiten beinhalten vorbereitete Felder zum Ausfüllen. Es geht zuerst darum sein Äußeres zu beschreiben: die Augenfarbe, die Haarfarbe, die Größe der Hände und Füße, Geburtsdatum, Lieblingsessen, Haustier, Lieblingsfarbe, Hobbies, Berufe, Gefühle und vieles mehr. Auf stolzen 72 Seiten werden auch Vorschläge gesammelt, aus denen man eine individuell passende Antwort aussuchen kann. Es ist somit ein Pool an breitgefächertem Wortschatz vorgegeben. Alle Vorschläge werden mit einem passenden Bild unterstützt und erleichtern das Verständnis.

Dieses Buch eignet sich hervorragend als Portfolio für den Englischunterricht. Ich würde persönlich nicht alle Seiten ausfüllen lassen, da sie zum Teil veraltet sind, wenn es z.B. darum geht einzutragen in welchem Land man lebt, wird für Deutschland noch Ost- und Westdeutschland als Auswahlmöglichkeit vorgeschlagen.

Die Bandbreite des dargebotenen Wortschatzes ist jedoch sehr gut gelungen. Auch die bereits vorbereiteten Satzanfänge, wie „When I grow up, I want to be …“ sind für die Grundschule gut geeignet. Oft haben die Kinder die Möglichkeit noch etwas Persönliches dazu zu malen, wie etwa den eigenen Handumriss oder die Haare. Alle Seiten sind unterschiedlich gestaltet und es lässt sich noch Vieles, eventuell im Unterricht Unbehandeltes, entdecken.

Auch für zu Hause ist dieses Buch eine gute Beschäftigungsmöglichkeit, sofern die Wortfelder in der Schule schon behandelt wurden.

Dieses Buch ist wirklich sehr anregend und motivierend. Außerdem lässt sich so ein Buch sehr gut als ein wertvolles Erinnerungsstück aufbewahren. Es hat halt einen anderen Stellenwert, als die bereits gewohnten Schnellhefter. Die Anschaffung liegt mit 12 Euro für vier Schuljahre auch im ertragbaren Rahmen.

Abwechslungsreich, motivierend und breitgefächert.

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Giles Andreae – Giraffes can’t dance

Das Bilderbuch „Giraffes can’t dance“ spielt in einem Dschungel. Zu dem jährlich stattfindenden Jungle-Dance versammeln sich Tiere, um ihre Tanzkünste vorzuführen. Während die Nashörner ihr Bestes in Rock-n-roll geben, beeindrucken die Affen mit einem grandiosen Cha-Cha-Cha, und die Warzenschweine glänzen mit dem klassischen Waltzer. Nur der schlacksige Gerald blamiert sich unentwegt und zeigt auch dieses Jahr allen Tieren, dass er zwei linke Hufe hat. Beschämt zieht sich die Giraffe in den Wald zurück und trifft hier auf eine weise Grille. Sie verrät ihm, dass alle Tiere unterschiedlich sind und daher jeder ein anderes Lied zum Tanzen benötigt: „you just need a different song“.

Mit dem neuen Selbstvertrauen ist Gerald nun in der Lage, im Mondschein des Dschungels und unter der ganz eigenen Musik, die nur er hören kann, alle anderen Tiere von seiner neuen Beweglichkeit und dem ganz eigenen Rhythmusgefühl zu beeindrucken.

Das auf Reimen aufgebaute Bilderbuch stellt am Anfang der Geschichte ein Tier dar, welches von den anderen gemobbt wird und mithilfe eines guten Ratschlags schließlich zu neuem Selbtsvewusstsein findet. Wir erleben eine gefühlsbetonte Reise von einem Individuum, das von anderen aufgrund seiner Andersartigkeit ausgelacht und verstossen wird. Durch den  Glauben an sich selbst und die Unterstützung anderer, wächst Gerald letztendlich über sich selbst hinaus.

Das Bilderbuch kann wunderbar im Englischunterricht der Grundschule zum Thema „wild animals“ eingesetzt werden. Hierbei  finden die wichtigsten wilden Tiere wie elephants, rhinos, monkeys, lions, snakes und crocodiles Erwähnung und einige andere werden beim Jungle Dance abgebildet. Auch das Aussehen der Tiere wird kurz angeschnitten, Gerald mit seinen „thin legs“ und „long neck“, sodass hier auch auf die äußere Beschreibung der Tiere eingegangen und der Wortschatz um einige Ausdrücke erweitert werden kann. Durch die reimende Sprache sind einige Ausdrücke für Grundschüler etwas schwer zu verstehen, was jedoch durch die unterstützende Mimik und Gestik der Lehrkraft ausgeglichen werden kann. Auch als Umsetzung zum Theaterstück eignet sich die Geschichte sehr gut, da viele Kinder mitmachen und die Sprechrollen von den Kindern auf ganz eigenem Niveau aufbereitet und eventuell gar erweitert werden können.
Weitere Unterrichtsideen und zum Buch passende Bildkarten findet man als Download beim Oldenbourg-Verlag.

Da auch unterschiedliche Tanzstile vorgestellt werden und das ganz eigene Rhythmusgefühl eine wichtige Rolle spielt, eignet sich das Bilderbuch auch sehr gut für den fächerübergreifenden Unterricht. Im Musikunterricht können hierzu unterschiedliche Tänze ausprobiert und das Rhythmusgefühl thematisiert werden.

Gerald was a tall giraffe
Whose neck was long and slim,
But his knees were awfully bandy
And his legs were rather thin.

Ein ergreifendes  Bilderbuch über die Suche nach dem eigenen Selbstvertrauen, das sehr gut im fremdsprachlichen Unterricht eingesetzt werden kann.

bei amazon.de (book and audio-CD)

Jochen Schmidt – Rituale im Englischunterricht der Grundschule

Das Ziel dieses Materials ist, so Jochen Schmidt, die Lehrkräfte „bestmöglich bei der Entwicklung und Durchführung eines gut strukturierten, planvollen und gleichzeitig frischen, lebendigen und produktiven Englischunterrichts in der Grundschule zu unterstützen“ (S. 6).

Dazu wurde in diesem Buch eine vielfältige Auswahl an praxiserprobten Inhalten zusammengefasst. Da wären z.B. Tipps (inkl. Fotos) für eine sprachbegleitende Gestik und Mimik, Reime, Lieder, Spiele, useful classroom phrases (Encouragement, class openers, group formation etc.), pupils‘ language (inkl. phrase sheet). Der Einsatz von Schaukarten  ist ebenfalls bedeutsam und dient der Unterstützung verbaler Kommunikation. Hier werden unterschiedliche Schaukarten zu Arbeits- und Sozialform wie zu circle game, dialogue, group discussion, semi-circle oder zu Unterrichtsphasen wie z.B. work quietly, It’s reading time, playful learning etc. als Vorlagen in DIN-A5 bereit gestellt.

Ein Stimmungs- und Lautstärkebarometer gehört zu weiteren Ritualvorschlägen, die die Tagesform abfragen oder den Unruhezustand im Klassenzimmer veranschaulichen sollen. Auch die Ritualisierung durch akustische Signale wird hervorgehoben und die Sinnhaftigkeit dieses Hilfsmittels erläutert.

Zahlreiche Karten dienen als Vorlage für eine abwechslungsreiche Gruppeneinteilung und classroom rules (siehe Bild unten) sind selbstverständlich ebenfalls ein fester Bestandteil des Englischunterrichts, die den SuS  Sicherheit geben.

Die Vielzahl an Materialkarten und Vorlagen befindet sich im veränderbaren Word-Format auf der beiliegenden CD.

Jochen Schmidts Schwerpunkte liegen in der praktischen Lehrerausbildung und das merkt man dem umfangreichen Materialpaket sofort an. Alle angesprochenen Rituale und Regeln dienen der Verbesserung des classroom managements, was eine enorme Bedeutung für den Unterrichtsfluss hat. Sie bilden sogenannte „sichere Inseln“, die besonders für eine Fremdsprache außerordentlich wichtig sind. Ritualisierte Handlungsabläufe machen den einsprachigen Unterricht erst möglich. Struktur und Kontinuität vermögen präventiv auf Unterrichtsstörungen zu wirken und können ferner Beständigkeit und Verlässlichkeit gewährleisten, um den SuS einen geschützten Lernraum für das Experimentieren mit der Fremdsprache zu bieten.

Viele Bausteine werden auch so im Fachseminar den Lehramtsanwärtern ans Herz gelegt. Sehr erfrischend fand ich den Vorschlag zur spielerischen Überprüfung des derzeitigen Wortschatzstandes mithilfe von Willy the Word Worm  und Sandy the Sentence Snake. Das werde ich sicherlich zukünftig auch ausprobieren. Die Ernennung zum King and Queen of the Month, ist ebenfalls eine tolle Wertschätzung für besonders gelungene Leistungen und eine großartige Motivationsstrategie.

Das Buch stellt eine sehr gelungene Materialsammlung dar, die ich jeder Englischlehrkraft wärmstens empfehlen kann!

Lehramtsanwärter werden hier eine wertvolle Fundgrube mit vielen gewinnbringenden Ideen finden und erfahrene Unterrichtsprofis die ein oder andere Anregung den Englischunterricht abwechslungsreich und motivierend zu gestalten.

Rituale im Englischunterricht der Grundschule

beim Persen Verlag (inkl. Einsicht in das Inhaltsverzeichnis und Musterseiten)

Thomas Lange et al. – Englisch mit Hexe Huckla – Huckla und das Weihnachts-Oster-Durcheinander

Das lustige Musical mit 7 Songs rund um die Hexe Huckla, der einige Zauber missglücken, bildet den Fokus dieses Buches. Bei einem misslungenen Zauber ist plötzlich jeden Tag Weihnachten und Ostern. Ob Huckla es nun schaffen wird die ganzen Verwirrungen, die dadurch enstanden sind, wieder glatt zu bügeln?

Das Buch ist in unterschiedliche Kapitel eingeteilt, wobei auf jeder Doppelseite ein Geschehen dargestellt wird, umrandet von vielen speech bubbles, die englische Wörter, Sätze oder Fragen beinhalten. Die durchnummerierten Sprechblasen werden an den jeweiligen Bildrändern ins Deutsche übersetzt.

Das Buch an sich kann nicht ohne die CD betrachtet werden, das würde keinen Sinn ergeben. Es dient als Untersützung für das Musical. Natürlich entspricht dieser „Mischmasch“ aus vorwiegend deutschen und einigen wenigen englischen Elementen nicht der Sprachwirklichkeit (außer man ist bilingual aufgewachsen). Da muss man natürlich abwägen für welchen Zweck dieses Buch eingesetzt werden soll. Grundsätzlich werden Kinder Freude an den Geschichten haben und ganz begeistert erkennen, dass sie auch schon einige englischen Phrasen verstehen können. Es dient eher der Unterhaltung. Die pädagogische Aufbereitung fehlt, daher werden die Kinder durch dieses Buch kaum „englische Wörter und Sätze – ganz einfach beim Zuhören“ lernen, wie der Verlag verspricht. Sicherlich bleibt das ein oder andere hängen, aber man kann kaum erwarten, dass Kinder durch das ausschließliche Hören der CD die enthaltenen Redemittel verinnerlichen werden.

Nichtsdestotrotz dient dieses Buch der Förderung der Freude am Sprachenlernen und da Kinder es lieben zu singen, ist diese Kombination aus Buch und Audio-CD aus dem Langenscheidt Verlag eine recht gute Nachmittagsbeschäftigung.

Das Buch an sich ist mit den zum Teil wirklich überladenen Seiten verbesserungswürdig, die CD top!

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Alexander Randolph – A Portrait of Nellie

Nellie lebt in ihrem Mauseloch ein ganz normales Leben einer gewöhnlichen Maus. Sie ist eine Maus mit Prinzipien und doch ziemlich einsam. Eines Tages bekommt sie Besuch von Sammy. Sie heiraten und bekommen Kinder. Schon bald findet sie einige Punkte, die sie an Sammy stören. Er scheint ziemlich zutraulich und lässt sich von der Haushälterin aushalten. Er benimmt sich keineswegs wie eine richtige Maus. Es kommt immer häufiger zu Streitigkeiten. Nellie möchte diese selbstgewählte Abhängigkeit und dieses „unmously“ Verhalten nicht länger dulden und trifft vor allem in Bezug auf ihre gemeinsamen Kinder eine schwerwiegende Entscheidung…

Nellie hat eine sehr sture und konservative Haltung. Sie hängt an ihren Prinzipien und möchte sich an die veränderte Situation ihrer Umwelt nicht anpassen. Seit vielen Jahren fürchten sich die Mäuse vor Katzen und sollen es auch in der Zukunft tun. Mäuse klauen das Essen der Menschen und lassen sich nicht von ihnen aushalten. Ihre Traditionen sind ihr heilig. Sammy dagegen ist in dieser Hinsicht offener und passt sich den veränderten Umständen an. Er versteht nicht, was daran verkehrt sein soll das angebotene Essen anzunehmen und nicht unnötig zusammenzuzucken, wenn die Katze, die im Haus lebt, für sie keine Gefahr darstellt, da sie selber Angst vor Mäusen hat. Das unreflektierte Festhalten an Althergebrachtem kann ich nicht befürworten.  Und das Ende der Geschichte hat mich leider auch enttäuscht:

„It is plain to see, they are trying to change our traditions.“
Sammy was forced to agree.

Die Illustrationen von Alexander Randolph sind ein Meisterstück. Sie sind einfach gehalten und entfalten vor dem weißen Hintergrund ihre große Wirkung. Das Bild der beiden Mäusen mit ihren ineinander verstrickten Mäuseschwänzen ist ja schon fast Kult.

Das Eheleben mit ihren Schwierigkeiten bzw. Verstrickungen und die Problematik der sich ständig verändernden Umwelt bilden das Hauptaugenmerk dieses Buches. Daher würde ich es eher für Erwachsene empfehlen. Die dargestellte Problematik ist für Kinder im Grundschulalter meistens unbedeutsam und noch ziemlich abstrakt. Allerdings könnte ich mir duchaus vorstellen das Buch in einer „Philosophieren mit Kindern-AG“ mit Viertklässlern einzusetzen, um über die jeweiligen Ansichten der Mäuse zu diskutieren. Sollte man an seinen Prinzipien und Regeln immer und überall festhalten? Verhält sich Nellie richtig? Verhält sich Sammy richtig? Wie könnte eine Einigung aussehen? Was würde man selber in einer solchen Sachlage tun?

Eine wunderschöne Aufmachung mit einem für mich zwiegespaltenem Inhalt.

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Hélène Kérillis und Stéphane Girel – A bird in winter

Das Bilderbuch greift das Leben im 17. Jahrhundert auf und porträtiert das kleine Mädchen Mayken und ihren Alltag. Die Achtjährige arbeitet ganztägig im Gasthof ihrer Mutter und freut sich daher umso mehr auf die Sonntage. Denn dann kann sie endlich  auf dem zugefrorenen See Schlittschuhlaufen. Als sie jedoch eines Tages sich zurück auf den Heimweg macht, endeckt sie auf dem Nachhauseweg einen verletzten Vogel, der nicht mehr fliegen kann. Sie nimmt ihn in ihre Obhut und versucht ihn heimlich gesund zu pflegen. Als allerdings im Dorf ein Feuer ausbricht, scheint der kleine, hilfsbedürftige Vogel in Gefahr … wird Mayken ihn noch retten können?

Angelehnt an das Gemälde „The Hunters in the Snow“ von Pieter Bruegel, stellt auch dieses Bilderbuch das einfache Leben in einem Dorf vom 17. Jahrhundert dar. Die Protagonisten wird von der Autorin, die selbst auch als Lehrerin arbeitete, als verträumt und äußerst hilfsbereit abgebildet. Sie muss täglich mehrere Stunden hart arbeiten und hat nur wenig Freizeit. Da träumt sie von der besonderen Fähigkeit des Fliegens und wünscht sich nichts sehnlicher als dies auch tun zu können und dadurch  womöglich ihrem Leben zu enfliehen. Diesen Wunsch kann sie durch den von ihr gesund gepflegten Vogel verwirklichen.

Die Zeichnungen sind eine Augenweide! Die Doppelseite, als Mayken den kranken Vogel entdeckt, könnte ich ewig betrachten. Der Illustrator wurde bereits zweimal mit dem fanzösischen Bilderbuchpreis „Prix Sorcières” ausgezeichnet und schafft es die Angst und Einsamkeit Maykens ganz wunderbar in seinen Bildern einzufangen. Es sind die Farben, die Schatten und die Perspektiven, die eine besondere Stimmung aufbauen und einen guten Eindruck von der damaligen Lebensweise vermitteln.

Die Thematik der Hilfsbereitschaft steht in diesem Bilderbuch im Fokus. Aber auch die Darstellung des sich von heute sehr unterscheidenenden Kinderalltag gelingt ausgezeichnet. Es ist ein ruhiges Buch, ohne viel Aufruhr, dafür mit einer großen Prise Verträumtheit.

Die englische Version dürfte mit viel Mimik und Gestik und in einer vereinfachten sprachlichen Darstellung durchaus für Kinder ab 9 Jahre verständlich sein. Die Originalversion dürfte von Kindern ab 11 Jahren zu bewältigen sein, u.a. auch zur Thematik Kindheit im Wandel. Unter „Ein Vogel im Schnee“ gibt es das Buch auch auf deutsch zu finden.

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