Eve Tharlet und Knister – … das verspreche ich dir

„Bruno verliebt sich in eine wunderschöne Blume. Überglücklich verbringen sie eine gemeinsame Zeit. Als der Frühling sich dem End zuneigt, fragte die Blume: „Vertraust du mir?“ Brunos Vertrauen wird auf eine harte Probe gestellt …

Eine poetische Geschichte, die Vertrauen und Liebe ganz leise und tief wirken lässt.“

Nach einem langen Winterschlaf aufgewacht, ist Bruno voller Energie und möchte in die große weite Welt hinaus. Auf seinem Weg entdeckt er eine wunderschöne Blume, den Löwenzahn. Sie verbringen gemeinsam einen tollen Frühling, doch eines Morgens verändert sich die Blume und gewinnt noch mehr Anmut. Doch da fragt die Blume Bruno, ob er ihr vertraue und Bruno verspricht, dass was auch immer passieren sollte, sie sein Vertrauen sicher hat. Daraufhin bittet sie ihn so fest zu pusten wie er nur kann. So tut Bruno und zerstört damit seine geliebte Blume. Bruno ist untröstlich und beginnt an seinem Versprechen zu zweifeln, bis er nach seinem Winterschlaf erwacht, aus seiner Schlafhöhle auf das Feld hinausschaut und seinen Augen nicht trauen kann …

Die Zeichnungen stammen auch dieses Mal aus den talentierten Händen von Eve Tharlet, die bereits das Buch „Der blaue Stein“ illustriert hat. Die Farben  sind sehr warm und der Jahreszeit angepasst, diese sind durch liebevolle Details sehr gut ersichtlich. Hier ein Käfer und Schmetterling, da eine Biene  oder Ameise, die Lebenswelt eines Murmeltiers ist toll verbildlicht. Auch die Mimik des Murmeltieres ist toll eingefangen. Die mitgelieferte DVD wird von dem Autor selbst, dem Herrn Knister, vorgelesen. Die Stimme ist warm und angenehm, das Erzähltempo langsam. Es sind keinesfalls „nur“ aneinandergereihte Bilder aus dem Buch, sondern in der Tat, bewegte Bilder. Wobei es da nicht zu einer Reizüberflutung kommt, wie bei manchen Zeichentrickfilmen. Es ist alles sehr ruhig, sacht und gediegen.

Es besteht die Möglichkeit zwischen vier Sprachen zu wählen: Englisch, Deutsch, Französisch und Türkisch, wobei die englische Übersetzung sehr anspruchsvoll ist. Des Weiteren ist es möglich Untertitel anzeigen zu lassen, damit auch Gehörlose in den Genuss dieser Geschichte kommen können.

Die Thematik passt außerdem auch wunderbar in den Sachunterricht der Schuleingansgphase und verdeutlicht sehr kindgerecht die Wandlung eines Löwenzahns oder stimmt die Kinder in das Thema „Winterschlaf“ ein. Die Botschaft des Vertrauens in einer Freundschaft steht hier jedoch im Vordergrund und zeigt, dass Geduld sich auszahlt.

Niedliche Figuren, die zeigen, dass Vertrauen in einer Freundschaft unerlässlich ist.

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Anne-Gaëlle Balpe und Eve Tharlet – Der blaue Stein

„Am Fuß einer Margerite findet Oli einen blauen Kieselstein. Jeder sagt ihm, dass er ihn wegwerfen soll. Doch Oli ist sicher, dass ihm der Stein eines Tages nützlich sein wird. Als er einem weinenden Mädchen begegnet, weiß er, dass es richtig war, seinen Gefühlen zu vertrauen.“

Oli, ein kleiner Junge, mit abstehenden Elfenohren, findet einen blauen Kieselstein und beschliesst ihn zu behalten, denn schließlich weiß man nie wozu manche Dinge noch zu gebrauchen wären. Mit seinem neuen Fund macht sich Oli auf den Weg und trifft so einige Tiere, die sich wundern welchen Nutzen so ein Stein haben könnte. Das Wildschwein, der Wolf und die drei Zwerge machen sich über Oli lustig und reden ihm ein, dass Oli nur seine Zeit verschwenden würde, wenn er ihn mitschleppt und ihn doch lieber wegschmeißen soll. Doch Oli hört nicht auf die Anderen und ist weiterhin der festen Überzeugung, dass er ihn irgendwann einmal brauchen kann. Auf einem Hügel entdeckt Oli ein weinendes Mädchen, in ihren Armen eine einäugige Stoffpuppe…

Die Zeichnungen sind ganz wundervoll, in Pastelfarben gehalten, die an eine Elfenwelt erinnern. Es sieht alles so zart und zerbrechlich aus, genauso wie Oli anfangs zu sein scheint, sich jedoch letztlich gegen jeden Widerwiller durchsetzt. Die Intention des Buches den Kindern so viel Selbstvertrauen zu vermitteln, dass sie im Laufe ihres Lebens immer an sich und ihre Ideen bzw. Ziele glauben sollen und sich nicht durch andere Neider beirren lassen sollen, finde ich toll.

Ich wurde des Eindrucks nicht los, dass Oli mich doch leicht an einen „Messie“ erinnert und etwas mitschleppt, ohne zu wissen weshalb. Denn nachdem der Kieselstein nun doch seinen Nutzen hatte, entdeckt Oli einen Faden und beschließt auch diesen Gegenstand solange mitzuschleppen, bis er ihn auch einmal gebrauchen kann. Es wäre mir lieber das Ende mit dem Faden würde nicht erwähnt werden, denn die Geschichte könnte in eine andere Richtung kippen.

Tolle Zeichnungen in Kombination mit einer Geschichte über den Wert von Idealismus und Standhaftigkeit, soweit die Botschaft nicht missverstanden wird.

Muzo – Gute Reise, kleine Wolke

„Eine Bildergeschichte ohne Worte, die zu immer wieder neuem Entdecken und Nacherzählen einlädt. Die kleine Wolke nimmt uns mit auf eine Reise voller Begegnungen und Verwandlungen, ganz ohne Worte, auf eine einfache, poetische Art und Weise. „

Bei einem Bilderbuch stehen die Bilder meist im Vordergrund und nehmen der Definition nach eine führende Rolle ein. Die heutzutage übliche Wechselbeziehung zwischen Bild und Text hat Muzo einfach weggelassen und sich auf die ursprünglichste Form berufen: die Bilder. So findet der Betrachter in diesem Buch ausschließlich Illustrationen. Wir begleiten eine kleine Wolke auf ihrer Reise: wir sehen ihren Entstehungsprozess, wie sie durstigen Blumen Wasser spendet, einem traurigen Frosch zu einem Tümpel verhilft und viele andere Abenteuer. Doch bei all diesen Begebenheiten fühlt sich die Wolke furchtbar einsam…

Die Bilder sind sehr einfach gehalten, sowohl in ihrer Ausführung als auch in der Farbgestaltung. Der Betrachter sieht eine Abfolge von wahnsinnig süßen Bildern, die es zu einer Geschichte zusammenzufügen bedarf.

Dieses Buch lebt im wahrsten Sinne, denn es ist nicht starr, sondern entwickelt und verändert sich immer wieder neu, bei jedem Durchgang. Jede Person fügt sein eigenes Vorwissen beim Erzählen mit ein und lässt einige Sachen aus oder schmückt andere umso mehr aus. So habe ich dieses Buch in einer ersten Klasse als Diagnoseinstrument eingesetzt, um einen Eindruck über den sprachlichen Ausdruck der Kinder zu bekommen. Ich war von der Bandbreite und der Ausführlichkeit der Beschreibungen so beeindruckt, dass dieses Buch einen Ehrenplatz im Klassenraum nun innehat und von den Kindern wahnsinnig gerne in die Hand genommen wird, um diese Geschichte von Neuem zu leben!

Ein grandioses Buch, welches ich um nichts missen möchte!

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Jeremy Holmes – Eine alte Dame schluckte ’ne Mücke

„Eine alte Dame verschluckt eine Mücke. Und eine Spinne. Und einen Reiher. Und eine Katze. Und einen Hund. Und eine Schlange. Und einen Stier. Und ein Pferd. Weißt du was am Ende passiert? Aber natürlich weißt du das!“

Den nursery rhyme mit dem Originaltitel There was an old lady kenne ich aus dem Englischunterricht der Grundschule. Diese Geschichte lässt sich wunderbar mit Mimik und Gestik vortragen. Durch die vielen Wiederholungen behalten die Kinder den Wortschatz sehr schnell und schauen sehr erstaunt und aufmerksam zu und machen schon sehr bald mit. Das Herumfliegen einer Fliege im Bauch und auch das Herunterschlucken ist für das gestische Vortragen prädestiniert.
Wenn man das Original kennt, hat die Übersetzung es meist schwer. Doch ich muss zugeben, dass diese Version auch seinen ganz eigenen Charme aufweist. Die Geschichte reimt sich und der Aufbau erinnert an das „Ich packe meinen Koffer und nehme mit …“ Spiel. Die verschluckten Tiere werden so noch einmal wiederholt und das neue Tier hinzugefügt. Besonders schön finde ich, dass die Originalfassung auf Englisch auf dem Buch ebenfalls in Zeitungsform abgebildet ist und zwar auf der Vorder- und Rückseite auf dem jeweils unteren Teil des Buches.

Die Gestaltung dieses besonderen Buches hat es ebenfalls in sich. Der Mantel der alten Dame lässt sich ausziehen und die Knöpfe, die Taschen, das Buch und die Arme heben sich spürbar hervor, sodass man die einzelnen Elemente ertasten kann, wenn man mit den Fingern darüberfährt. Dann entdeckt man die alte Dame in quasi drei Teilen, da wäre einmal der Kopf, von dem hauptsächlich die Augen hervorstechen, der Bauch, der die Blätter beinhaltet und die Füße, die an sich keine weitere Funktion erfüllen. Die Farben sind eher düster, in dunkelgrün, grau und braun gehalten.

Vom Inhalt ist die Geschichte natürlich nicht für jedes Kind geeignet, doch aus Erfahrung weiß ich, dass die Kinder und da vor allem die Jungen davon sehr angetan sind und begeistert mitmachen. Wenn man die letzte Seite des Buches umblättert, schließt die old lady ihre Augen und verdeutlicht so, dass ihre letzte Stunde geschlagen ist und sie das Pferd doch nicht hätte essen dürfen. Die Geschichte ist natürlich sehr absurd und makaber zugleich, aber genau das macht es so besonders. Doch diese interaktive Form des Buches macht die Geschichte bei jedem Lesen auf eine hinreißende Weise lebendig und das immer wieder aufs Neue.

Dieses Buch ist ein wahrer Schatz und für Bücherliebhaber ein Muss!

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Aesop und Ayano Imai – Die Stadtmaus und die Feldmaus

„Das Leben der Feldmaus scheint ärmlich zu sein, heißt es in der alten Fabel. Die Stadtmaus dagegen schwelgt im Luxus. Wer von den beiden hat es besser? Die Stadtmaus natürlich! Halt! Das wäre zu schnell geurteilt. Die Probe ergibt etwas Anderes … Eine Geschichte voller Lebensweisheiten für unsere Tage!“

Zwei Lebensweisen wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Die Stadtmaus wird von ihrer Freundin aufs Land eingeladen und bei einem Mahl  mit Weizenähren und Wurzeln verwöhnt. Doch die Stadtmaus meint da nur, dass die Feldmaus ein Leben wie die Ameisen führt und lädt sie zu sich in die Stadt ein. In der Stadt angekommen, erwartet die Feldmaus ein Überfluss an Köstlichkeiten. Als das Mahl jedoch beginnen sollte, öffnete sich die Tür und es kam ein Riese herein, sodass die Mäuse es gerade noch schafften sich in ein viel zu enges Loch zu verkriechen. Vor lauter Schreck entschied sich die Feldmaus zurückzukehren, denn diese  Umgebung war für sie viel zu gefährlich, als dass sie die aufgetischten Köstlichkeiten genießen könnte. Und so trennten sich der beiden Wege wieder…

Wie auf Leinwand abgedruckte Zeichnungen leiten den Leser durch diese wunderbare Fabel. Die Titelseite fängt ganz wunderbar die zweigeteilte Meinung und Lebensweisen der beiden Mäusen ein. Was ist höher zu schätzen? Ein Leben in Armut oder das Leben im Überfluss begleitet von ständiger Angst? Diese Frage muss sich jeder für sich beantworten schätze ich. Für mich persönlich ist die Feldmaus viel sympathischer und das Stadtleben in den Bildern sehr gut eingefangen. Was bringen einem all die Köstlichkeiten, wenn man davon nicht kosten darf? Lieber wäre es mir doch in einem Weizenfeld zu liegen und eine Weizenähre in aller Ruhe zu geniessen 🙂

Eine wichtige Lehre über die Lebensweise und die damit verbundenen Lebensziele eines jedes Menschen, hervorgehoben durch ganz wunderbare Zeichnungen, die dazu bewegen das Buch wieder und wieder lesen zu wollen!

Sueli Menezes und Giuliano Ferri – Nino, das Glühwürmchen

„Nino, das Glühwürmchen, leuchtet jede Nacht so hell es kann. Nur der Mond scheint noch heller. Was aber passiert, wenn der Mond einmal müde wird und sich ausruhen möchte? Nino und seine Glühwürmchen kommen auf eine zauberhafte Idee. Gemeinsam machen sie möglich, was zuerst unerreichbar scheint.“

Nino hat die ganze Nacht hindurch zu tun, schließlich muss er als Glühwürmchen zusammen mit seinen Freunden den Urwald mit ihrem Licht verzaubern. Alleine der Mond scheint noch heller und Nino fragt sich, ob sie als Glühwürmchen je so hell leuchten können wie der Mond. Denn dieser macht nicht nur für die Tiere im Dschungel die Nacht hell, sondern noch viele andere Orte auf der Erde. Nino hält an seinem Glauben fest, dass sie diese Aufgabe genauso gut übernehmen könnten, auch wenn seine Mutter ihn beschwichtigt und darauf hinweist, dass jeder seine eigene Aufgabe hat. Die ihre ist es die Nacht in zauberhaftem Lichterglanz erstrahlen zu lassen. Der Mond hört den beiden sehr aufmerksam zu und entschließt sich Nino eine Freude zu bereiten … Nun steht Nino vor einer großen Herausforderung, die er nur mit seinen Freunden zu meistern vermag.

Eine Geschichte über den Mut und das Zutrauen an die eigenen Fähigkeiten. Es geht um Visionen, Träume, ihre Verwirklichung. Auch wenn es am Anfang etwas schwierig erscheint, mit der Hilfe anderer ist alles möglich! Es ist eine sehr einfühlsame Geschichte, die Farben sind sehr ruhig, gelassen, schon fast utopisch. Die Goldprägungen in den Illustrationen verleihen dem Buch etwas Magisches, etwas Zauberhaftes. Die Perspektiven und die Schatten sind perfekt inszeniert. Die Krönung ist die Stanzung auf der letzten Seite des Buches, die den Glanz des Zusammenhalts verdeutlicht!

Das Betrachten macht nicht nur den Kindern Spaß, es ist auch dem Vorleser ein Vergnügen!

Lebe deine Träume und erreiche Großes mit Unterstützung deiner Freunde und Familie!

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Frauke Watson und Michaela Wagner – Unsichtbare Freunde „Lumley“

„Lumley ist cool und der beste Freund, den man sich wünschen kann. Er ist zwar ziemlich schüchtern, wenn es um Menschen geht, aber bei Monstern kennt er kein Pardon. Lumley sagt, dass es eine Zeit für ihn und eine Zeit für Freunde gibt. Aber wenn ich ihn brauche, ist er immer da.

Fast jedes Kind hat irgendwann einen unsichtbaren Freund.
Zeugt das von blühender Phantasie oder sind es Schutzengel, die uns ein Leben lang begleiten, aber nur von Kindern gesehen werden können?“

Der Protagonist ist ein kleiner, rundlicher Junge mit blonden Haaren und Sommersprossen. Er hat einen unsichtbaren Freund, den Lumley. Dieser ist cool,  lustig, grün, albern, verständnisvoll, schlau, immer für einen da, wenn man ihn braucht und mutig. Alle Eigenschaften, die man sich von einem richtig guten Freund wünscht, vereint Lumley.
Lumley ist für den Jungen da, wenn er Aufmunterung braucht und von seinen „realen“ Freunden nicht beachtet wird. Er macht jeden Blödsinn mit. Er ist immer da, außer wenn der Junge Besuch von seinen Freunden bekommt. Da zieht er sich zurück und sagt, dass Leute wichtiger als Sachen sind. Doch der Junge findet, dass Leute und Lumley wichtiger als Sachen sind.

Das Buch endet mit der Frage, welchen unsichtbaren Freund der Leser wohl hat. Dazu werden sieben verschiedene Figuren vorgestellt, die als unsichtbare Freunde fungieren könnten: Feen, Tiere, Phantasiefiguren.

Die sehr niedlichen Illustrationen stechen bei diesem Buch natürlich dem Leser zuerst ins Auge. Der Junge als Figur ist einfach nur liebenswürdig, auch Lumley wird wunderbar in Szene gesetzt. Die Buntstiftschrift sticht besonders hervor und wurde hervorragend positioniert. Die Figuren dieses Buches werden beim Betrachten regelrecht lebendig und man ist schon fast enttäuscht je näher man zur letzten Seite des Buches kommt.

Ganz viele Kinder erfinden so einen unsichtbaren imaginären Freund, der ihnen Halt gibt. Das heißt aber nicht, dass die Kinder in eine Phantasiewelt flüchten, weil sie im realen Leben keine Freunde finden. Im Gegenteil, unsichtbare Freunde fordern die Kreativität und Intelligenz der Kinder. Lumley ist in diesem Buch eine Heldenfigur, die zur richtig Zeit da ist und weiß wann es sicher lieber zurück ziehen sollte…

Ein wunderbares Geschenkbuch oder Mitbringsel mit tollen Illustrationen.

Vielen Dank an den Drachenmond Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Jutta Wilke – Holundermond

„Wie verwunschen wirkt das Kloster im sanften Licht des Mondes. Doch Nele ahnt, dass hinter seinen dicken Mauern ein Geheimnis lauert, das eng mit dem plötzlichen Verschwinden ihres Vaters verknüpft ist. Entschlossen, das Rätsel zu lösen, stellt sie sich zusammen mit ihrem Freund Flavio den dunklen Kräften des Klosters entgegen.“

Nele ist 12 Jahre und muss die Trennung ihrer Eltern hautnah miterleben. Für sie bricht eine Welt zusammen und als ihr Vater, Jan, auch noch auszieht, scheint Nele die Situation nicht verkraften zu können. Sie gibt ihrer Mutter die alleinige Schuld, allein der Gedanke ihre Sommerferien bei Jan zu verbringen, tröstet sie. Doch als sie erfährt, dass das Ganze ins Wasser zu fallen droht, weil ihr Vater als Kunsthistoriker nach Wien bestellt wurde, um das mysteriöse Verschwinden von religiösen Gegenständen aufzudecken, bricht für sie die Welt zusammen. Kurzerhand packt sie ihren Rucksack und versteckt sich in Jans Auto. Als Jan ihr auf die Schliche kommt, sind sie bereits in Wien angekommen und beziehen zwei Zimmer in der Pension Holle, wo sie Flavio kennen lernt. Flavio ist der Sohn eines italienischen Cafebetreibers, äußerst neugierig und wissbegierig, nur seinen Geschichtslehrer Dr. Holzer kann er gar nicht leiden.
Nele und Flavio erleben so einige Abenteuer und geraten auf ihrer rasanten Spurensuche nicht zu selten selbst in Gefahr …

Der Titel des Buches Holundermond hätte treffender nicht sein können. Der Holunder hat magische Kräfte, die in diesem Buch auch ab und an zum Tragen kommen. Die Äste des Holunderbaums stellen sehr schön die ganzen Verzweigungen und Irrwege dar, die die Suche nach den Kirchendiebstählen mit sich bringt. Die Ereignisse im Buch überschlagen sich und obwohl sehr früh klar ist wer der Bösewicht ist, kehren unerwartete Personen ins Bild, die man als Leser nicht vorhersehen konnte. Das trägt zur Aufrechterhaltung der Spannung bei und das glücklicherweise bis zur letzten Seite. Die Beschreibung der Pension Holle empfand ich persönlich fantastisch, man konnte sich das genau vor seinem inneren Auge vorstellen, die Wandmalereien, der Duft des Kakaos, der Holunderbaum. Wie gerne wäre ich in so einem familiären und behaglichen Örtchen 🙂
Die Charaktere sind wunderbar dargestellt worden, man konnte ihre Handlungen sehr gut nachvollziehen. Nebenbei erfährt der Leser so einiges über Geschichte, Kirchen und die Zustände des Jahres 1783. Hier und da habe ich schon gestutzt und konnte einiges nicht nachvollziehen, aber es hat dem Ganzen keinen Abbruch getan:

Achtung Spoiler! (zum Lesen bitte markieren)
Dieser Gedankenblitz von Nele bezüglich des Aufenthaltsortes ihres Vaters, war etwas seltsam, sie hätten ihn ja auch durch Zufälle finden können, denn sie waren ja eh auf der Suche nach den Schätzen… Weshalb konnte Samuel dann doch mit Johanna durch das Bild?

Was macht für mich ein gutes Buch aus? Wenn ich das Buch innerhalb von zwei Tagen verschlinge und bereits nach den ersten Seiten denke: Wow! Mehr davon! Genau das war hier der Fall.
Auch Kinder und Jugendliche werden dieses Buch lieben, denn es ist auf Spannung, Fantasy, Rätsel und viel Abenteuer aufgebaut. Frau Wilke, wann gibt es das nächste Buch? 🙂

Holundermond ist ein super Griff für Kinder, Jugendliche und auch jung gebliebene Erwachsene!

Maria Luisa Banfi und Gianni De Conno – Amalia und die Ostereier

Amalia ist eine stolze Henne, denn sie legt die schönsten Eier weit und breit. Andere Hühner sind da immer ganz neidisch und Amalia stolziert mit hoch erhobenem Kopf und geschwellter Brust über den Hof. Sie wird von allen Hühnern für ihre schönen Eier bewundert, jedoch nicht für ihre Überheblichkeit.
An einem schönen Frühlingstag macht Amalia einen Spaziergang und entdeckt etwas was sie ganz außer sich werden  lässt. Hinter einem Busch sieht sie einen weißen Hasen und drei prachtvolle Eier. Sie glänzen in allen möglichen Farben und Amalia muss feststellen, dass sie weitaus schöner sind, als ihre eigenen.
Amalia beschließt nun auch so schöne bunte Eier zu legen und bemüht sich jeden Tag aufs Neue. Sie beobachtet die Hasen und kommt zu der Erkenntnis, dass es wohl an der Nahrung liegen muss. So beschliesst sie nur Hasenfutter zu fressen, was ihr jedoch gar nicht schmeckt. Doch auch diese Aktion führt nicht zu farbigen Eiern. Eines Tages nimmt sie ihren Mut zusammen und fragt die Hasen nach dem Geheimnis ihrer bunten Eier…

Die Geschichte  erinnert mich stark an das Buch „Das schönste Ei der Welt“ von Helme Heine, denn da ging es auch um die Schönheit von Eiern. Das war die erste Assoziation, die ich mit diesem Bilderbuch hatte. Die Illustrationen sind sehr tragend in diesem Bilderbuch. Sie sind farbenfroh, riesengroß, geben die Stimmung des Buches wunderbar wieder. Die Bilder könnten sehr gut im Bilderbuchkino eingesetzt werden. Außerdem bietet das Buch thematisch Gesprächsanlass über das Thema Eier und welche Tiere denn überhaupt Eier legen können. Auch an die Thematik Ostereierfarben und ihre Herstellung könnte hier sehr schön angeknüpft werden.

Ostereiersuche mal anders!
Ein tolles Bilderbuch mit wunderbaren Bildern, welches ich sicherlich im Unterricht einsetzen werde!

 

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Carlo Collodi (Mario Grasso) – Die Abenteuer des Pinocchio

„Die Geschichte von Pinocchio zählt zu den beliebtesten Klassikern bei Jung und Alt. Der freche Holzjunge, der sämtliche gut gemeinten Ratschläge der Erwachsenen in den Wind schlägt und sich immer weiter in Lügen verstrickt, ist durch seine lange Nase zu einer der bekanntesten Kinderbuchfiguren geworden. Mario Grasso hat Pinocchios Abenteuer von Carlo Collodi neu übersetzt und sie mit wunderbaren, farbenfrohen Illustrationen versehen, sodass die fantastische Welt zum Leben erweckt wird.“

Pinocchio, ein frecher Holzjunge, der seinen eigenen Sturrkopf besitzt; manche würden sogar behaupten, er hat gar einen Holzkopf. Er ist jedoch auch naiv, schelmisch, trotzig, aufmüpfig, ein notorischer Lügner und manchmal auch witzig. Bei jeder Lüge wird seine Nase ein Stück länger und länger.  Pinocchio erlebt so einiges an Abenteuern und lernt leider nur sehr langsam aus seinen Fehlern, auf die Ratschläge der anderen hört er nie. So kommt es häufig vor, dass er sich von einem Elend ins nächste stürzt und immer wieder auf den Kopf fällt. Diese Untaten bleiben jedoch nicht unbestraft, sein Vater Geppetto überlegt sich so einige Strafen. Doch sind diese auch wirklich angemessen und bringen sie den gewünschten Erfolg? Pinocchios größter Wunsch ist es ein normaler Junge zu werden, doch ist das realisierbar? Könnte ihm gar die Fee mit den blauen Haaren dabei helfen? Und was haben Eselsohren mit der Verwandlung zu tun?

Ein Kinderbuchklassiker mit dem ich aufgewachsen bin und es war eine Freude dieses Buch noch einmal zu lesen, denn so einige Missetaten hatte ich gar nicht mehr im Kopf. Die Gestaltung dieses Buches ist toll, der Einband aus Leinen verspricht so einige Lesejahre zu überstehen. Auch die Blätter an sich sind etwas fester und haben einen gelblichen Ton, welches das Buch noch eine Note edler erscheinen lässt. Die Abenteuer sind in 36 Kapitel unterteilt, im Inhaltsverzeichnis werden die Geschehnisse des jeweiligen Kapitels noch einmal kurz zusammengefasst. Die Illustrationen sind farbenfroh und sehr sauber ausgestaltet, sodass ich manchmal den Eindruck habe, die Zeichnungen wirken etwas starr und leblos, was jedoch der Geschichte von Pinocchio sehr nahe kommt.

Dieses Thema wird immer aktuell bleiben, so lange es Kinder gibt. Jedes Kind und damit auch die Eltern durchleben diese Trotzphase, die in der Entwicklung jedes Kindes nun mal ansteht, bei manchen ist es weniger, bei anderen mehr ausgeprägt. Aus jedem Abenteuer Pinocchios kann der Leser eine Lehre ziehen und sehen wie man sich eventuell nicht verhalten sollte. Dieses Buch bietet so vieles, dass es in keinem Kinderzimmer fehlen darf! Es ist nicht umsonst zum Kinderbuchklassiker geworden!

Eine wunderbare Ausgabe von Pinocchio! Unbedingt kaufen und lesen!

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