Mary Hoffman und Ros Asquith – DU und ICH sind WIR

Rezension

„Das große Buch der Freundschaft“ heißt der Untertitel und zeigt auf pointierte und lehrreiche Weise alle möglichen Facetten der auf gegenseitiger Zuneigung beruhender Verhältnisse. Jede Doppelseite thematisiert ein Aspekt und steht für sich inhaltlich abgeschlossen.

Nach der Definition von einem Freund und dem Blick auf die unterschiedlichen Sichtweisen zur Freundschaft, geht es darum wie man Freunde findet, was „beste Freunde“ ausmacht und ob es möglich ist eine Gruppe von Freunden zu haben. Auch wenn es aus der Erwachsenensicht vielleicht banal sein kann, ist es sehr erfreulich, dass die Autorin hier wirklich sehr kleinschrittig vorgeht und Aspekte aus dem Bereich „Toleranz“ einfließen lässt. Es geht um das Teilen, Verschieden sein und Akzeptanz. Digitale Freunde finden hier ebenfalls ihren Platz, genauso wie Fantasiefreunde, Tierfreunde oder auch eine Freundschaft zu Dingen, z.B. in Form von Kuscheltieren.

Zur Freundschaft gehört es auch mal dazu sich zu verkrachen und dann wieder zu vertragen oder eben Freunde auch zu verlieren, sei es wegen Umzug oder weil man sich nach dem Schulwechsel aus den Augen verliert. Die Texte sind prägnant, kurz, integrieren öfter auch einfach nur Fragen, die zum Reflektieren anregen. Die Illustrationen zeigen unterschiedliche Szenen und verdeutlichen so die Bandbreite und die Vielfalt der menschlichen Verbindungen. Hier wird ein ein essenzieller Bezug im menschlichen Leben zur Gemeinschaft gekonnt skizziert. Wir brauchen sie und sie brauchen uns. Man darf sich reich schätzen, wenn man sie hat. Dabei ist es egal, ob es viele sind oder nur wenige und dafür richtig gute. Das Wir-Gefühl ist einfach toll!

Blick ins Buch

Fazit

Annährung an das Wir-Gefühl und wie es verstanden und gestärkt werden kann

 

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John Boyne – Der Junge mit dem Herz aus Holz

Noah, ein achtjähriger Junge, beschließt eines Morgens von zu Hause wegzulaufen. Von einem Dorf zum nächsten ziehend, entdeckt er einen Spielzeugladen, der voller Magie und Zauber steckt. Der Ladenbesitzer ist ein Spielzeugmacher, der eine interessante Lebensgeschichte zu erzählen hat. Es geht um Mut, Abenteuer, Schuldgefühle und gebrochene Versprechen. In seinem Spielzeugladen voll von Marionetten bekommt Noah einen Einblick in eine lang vergangene glorreiche, spannende und aber auch traurige Zeit. Er tritt in eine Welt voller Wunder ein und gewährt nach und nach dem Spielzeugmacher auch Zugang zu seinen eigenen Gefühlen, die ihn veranlasst haben, sein Zuhause zu verlassen.

Dieses Buch ist wie ein langsam und gemächlich dahin plätschernder Fluss voll von Lebensweisheiten. Es ist kein reißender und spannungsgeladener Fluss. Das Buch kann auch über mehrere Tage zur Seite gelegt werden, um die Geschehnisse und neue Erkenntnisse zu verarbeiten.

Es nimmt einen mit auf eine Reise der Vergänglichkeit des Lebens. Es geht um Reue, falsche Entscheidungen, daraus resultierende Konsequenzen und dem Erwachsenwerden. Nach und nach eröffnen sich weitere Abzweigungen und man erkennt den tieferen Sinn der Geschichte. Das Ende stimmte mich nachdenklich und machte mich traurig. Es ist ein rührendes Märchen mit vielen philosophischen Einsprengseln. Ein fast vergangenes Leben wird einem jungen Leben gegenübergestellt und durch den Trost des Erzählens und Zuhörens wird dem jungen Leben eine positive Wendung verabreicht, symbolisiert durch die endgültige Erschaffung Pinocchios. John Boyne, dem Autor des Bestsellers „Der Junge im gestreiften Pyjama“ gelingt es den Lauf der Zeit, auch verdeutlicht durch die Laufschuhe des Spielzeugmachers (siehe Bild oben), in den Fokus zu rücken und die damit verbundenen Entscheidungen rückblickend zu reflektieren bzw. im Falle Noahs rechtzeitig zu überdenken.

Das Buch stimmt einen nachdenklich, ist lehrreich und gnadenlos ehrlich!

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Dale Carnegie – Führen mit Persönlichkeit

„In der heutigen Unternehmenskultur ist eine neue Art von Führungspersönlichkeit gefragt. Eine, die andere inspiriert und motiviert, ihr Bestes zu geben. Dieser Ratgeber zeigt die notwendigen Führungskompetenzen für das 21. Jahrhundert und erklärt, wie man nicht nur erfolgreich führen lernt, sondern tatsächlich eine Führungspersönlichkeit wird. Er hilft Ihnen, Ihre Stärken zu identifizieren und Führungsstrategien erfolgreich umzusetzen.

Sie erfahren u.a.

  • welche Art von Führungskraft Sie sind und was das für Ihre Arbeit bedeutet
  • was die wichtigsten Eigenschaften einer erfolgreichen Führungskraft sind und wie Sie sie erwerben können
  • wie Sie starke Entscheidungen treffen und sie durchsetzen
  • wie Sie andere motivieren und inspirieren können, ihr Bestes zu geben
  • wie Sie Vertrauen schaffen und Verantwortung delegieren können
  • wie Sie in Krisensituationen effizient reagieren“

Führungskräfte werden in allen Institutionen benötigt, sei es Schule, eine Firma oder die Spitze des Staates. Als Führungskraft wird man nicht geboren, dafür bedarf es einiger Entwicklungsschritte. Das Buch knüpft hier an und zeigt wie die Führungskraft erst bei sich persönlich anfangen muss. Denn erst als Vorbild und Motivator, als gutes Beispiel, welches voranschreitet, kann es seine Mitarbeiter, wie das Cover anhand eines Pfeils auch schön verdeutlicht, mitziehen und motivieren die gesetzten Ziele umzusetzen. Carnegie fasst insgesamt vier Führungseigenschaften, die zur erfolgreichen Führung beisteuern zusammen: Optimismus, Fröhlichkeit, Kreativität, die Fähigkeit, Rückschläge zu überwinden.

Die Risikobereitschaft sollte ebenfalls ausgeprägt sein, um mit der Zeit zu gehen, sollte man Veränderungen suchen und das Neue freudig annehmen und sich der Herausforderung gemeinsam stellen. Das Team rückt in den nächsten Kapiteln daher näher ins Licht. Kommunikation ist herbei das A und O, denn damit beginnnt erst die Führung. Der Leser lernt in den nachfolgenden Kapiteln den eigenen Führungsstil kennen und wie ein erfolgreiches Work-Life-Balance aussieht, um sich vor Burnout zu schützen.

Und da fast jede Führungskraft Rückschläge einstecken muss und sich in Krisensituationen beweisen muss, sollte man die Krise als Bewährungsprobe sehen und somit als Chance. Positive Psychologie ist hierbei das Stichwort! Dale Carnegie greift immer wieder zu bekannten Persönlichkeiten wie John F. Kennedy oder Winston Churchill oder auch bekannte Firmen (Coca Cola, Johnson & Johnson), um anhand dieser Beispiele seine Argumente zu verdeutlichen und zu untermauern. Sie können hierbei als positive oder auch negative Beispiele dienen.

Die vielen Zitate am Anfang jedes Kapitels leiten die Thematik sehr schön ein. Der Schreibstil ist locker-souverän und vermag den Leser durchaus zu fesseln. Die an jedes Kapitel anschließenden Aktionsschritte werfen Fragen an den Leser auf und bringen ihn so zum Nachdenken über sich selbst und den eigenen Führungsstil.

Insgesamt ein gelungener und erfrischender, zeitweilen erheiternder Ratgeber.

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