Friedl Hofbauer und Petra Probst – Wenn ein Löwe in die Schule geht

Rezension
So kurz vor dem Schulanfang möchte ich euch einen Kinderbuchklassiker vorstellen, der mir sehr am Herzen liegt und nun von dem Annette Betz Verlag neu aufgelegt wurde: Wenn ein Löwe in die Schule geht handelt von allerlei „Sachen“, ob Hexe, Floh, Rasenmäher, Schnittlauch oder Gespenst. Sie alle gehen zur Schule und lernen alles, was sie für ihr Leben benötigen.

Der Löwe muss natürlich brüllen können, der Floh hoch springen und beißen, die Hexe auf Besen reiten und zaubern. Eine Doppelseite ist dabei jedem Protagonisten gewidmet, der einmal bildlich veranschaulicht und durch einen kurzen Reim erklärt wird, was es in der Schule lernt. Den Kindern hat es wahnsinnigen Spaß gemacht zu raten, was die jeweiligen Dinge denn nun lernen und sie genossen sichtlich vergnügt die Auflösung.

Einige Wortspiele trugen dazu bei, dass sie sich nicht mehr einkriegen konnten. Oder haben Sie schon was von „verstecksen“ gehört? Natürlich werden auch Kinder erwähnt und da fällt jedem Kind etwas ein, was es in der Schule lernen wird oder auch schon gelernt hat. Ich habe dieses Buch am Ende einer ersten Klasse eingesetzt und darauf aufbauend ein eigenes Klassenbuch erstellt, zu dem jedes Kind sich eine „Sache“ ausgedacht hat und erklärt hat, was es in der Schule lernen muss. Es sind sehr witzige und einfallsreiche Seiten entstanden: eine Gabel, die das Essen aufgabeln lernen muss; eine Blume, die gut riechen lernen muss oder eine Spinne, die ein Spinnennetz weben lernen muss. Der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt!

Das DIN-A5-Faltheft in 3-facher Differenzierung kann hier erworben werden.

Unterrichtsmaterial "Wenn ein Löwe in die Schule geht" Faltheft

Fazit

Ein grandioses Buch, welches ich nie mehr missen möchte! Dieses Buch bleibt für immer in meinem Bücherregal!


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Susa Hämmerle und Dorothea Tust – Abenteuer Spielplatz

“ Lotte und Lukas entdekcen die aufregende Welt der Technik und Physik am Beispiel des Spielplatzes: Wodurch kann man noch schneller rutschen? Wie hebt das Enkelkind auf der Wippe spielend leicht den Opa? Und was hat die Schaukel mit dem Hypnose-Pendel gemein? Auf kindgerechte, informative und humorvolle Art erklärt Susa Hämmerle das Thema Kräfte und Bewegung.“

Auch in diesem Band leiten Lotte und Lukas den jungen Leser durch die Welt der Physik und erklären in welcher Position man auf einer Rutsche im Schwimmbad am schnellsten nach unten kommt. Was Pferdekraft und Anrennkind gemeinsam haben oder wer Richard Rodriguez und George de Mestral  sind. Auch hier gibt es wieder sehr spannende und leicht ausführbare Experimente, wie z.B. Eimerschwapp oder das Krokodil-Spiel. Spielplatz ist natürlich sehr nah an der Lebenswirklichkeit der Kinder angeknüpft, denn jedes Kind war bereits auf einem Spielplatz. Ich wurde jedoch den Eindruck nicht los, dass viele Informationen, die hier geboten werden, doch etwas unnütz sind. Jedes Kind weiß, wie man seinen Körper auf einer Schaukel verlagern muss, dafür braucht man nicht unbedingt eine Zeichnung, die es noch einmal verdeutlicht. Auch die ganzen Erfinder von Karussells oder Achterbahnrekordfahrern, sind nach einmaligem Lesen wieder vergessen. Muss man das wissen? Ich bezweifle es!
Dieses Buch ist für mich sehr unübersichtlich und greift einzelne, zum Teil wirklich spannende Sachen heraus, aber schafft es nicht das Ganze „rund“ aussehen zu lassen. In der Praxis wurde dieses Buch von den Grundschulkindern eher nicht beachtet, bzw. nach zwei Seiten wieder beiseite gelegt. Viele Berichte bedürfen weiterer Erklärungen. Es kamen dann auch Fragen wie: „Was haben Geweihtiere mit einer Wippe zu tun?“ oder „Was ist kraxeln?“. Die Kinder haben die Erläuterungen der Phänomene nicht mit der „Sache“ verknüpfen können und so blieb vieles leider unverständlich.

Vereinzelt gute Berichte, doch als Ganzes sehr verschlüsselt.

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Susa Hämmerle und Dorothea Tust – Abenteuer Sehen

“ Lotte und Lukas entdecken die aufregende Welt des Sehens: Warum braucht man eine Brille? Wobei helfen Nachtsichgerät, Mikroskop oder Fernrohr? Und tun Röntgenstrahlen wirklich nicht weh? Auf kindgerechte, informative und humorvolle Art erklärt Susa Hämmerle das Thema Sehen und verschafft damit den richtigen Durchblick.

Die beiliegende DVD enthält völlig neu entwickelten Zugang zum faszinierenden Phänomen des Sehens. Fotos und Filme, Abenteuerspiele, Quiz und Bastelanleitungen ermöglichen eine spielerische Entdeckungsreise in die Welt der Technik und des Sehens. „

Das Thema „Sehen“, als eines der fünf Sinne ist auch Unterrichtsthema  in der Grundschule und für viele Kinder besonders spannend. In diesem Buch „Abenteuer Sehen“ führen die Geschwister Lotte und Lukas gemeinsam mit ihrem Hund Felix, als Wegweiser den Leser durch das Buch. Zuallererst wird auf das Auge an sich eingegangen. Wie sieht ein Auge aus? Wie unterscheidet sich das menschliche Auge von den Augen einiger Tiere? Eine sehr anschauliche Illustration verdeutlicht wie das Auge das Gesehene „entschlüsselt“. Im nächsten Kapitel ist die Fehlsichtigkeit ein Thema: Brille, Farbenblindheit, Schielen. In den darauffolgenden Kapiteln werden dem Leser viele Informationen über physikalische Geräte geboten. Es geht um Mikroskope, Zeitlupen, Computertomographe, Ultraschallmikroskope, Wärmebildkameras, Rastertunnelmikroskope, optische Täuschungen und vieles mehr. Auf jeder Doppelseite liefern „Steckbriefe“ zusätzliche Aufklärungen z.B. zum Thema Pupille, Brille oder einem Nachtsichtgerät. Ein weiteres spannende Extra ist die Rubrik „Experimente“, denn hier können die Leser selbst aktiv werden und Experimente durchführen, für die sie oft nicht viel brauchen außer einem Finger, einer Büroklammer, einer Bohne usw. Alles Sachen, die man eigentlich schnell beschaffen kann oder bereits im Haushalt hat. Das Buch eignet sich als zusätzliche Informationsquelle, für Kinder die bei diesem Thema besonderes Interesse zeigen und sich vertiefend informieren möchten. Als Einsteigerbuch würde ich es nicht unbedingt empfehlen, weil die sehr kurzen, oft aus dem Zusammenhang gerissenen  Informationen keinen wirklichen Rahmen schaffen.

Die mitgelieferte DVD ist für Kinder oft sehr motivierend und gliedert sich in vier Unterpunkte: zwei Spielen, einem Quiz und einer Bastelecke, die Materialien auf einer PDF-Datei anbietet. Bei den Spielen geht es darum die unterschiedlichsten Geräte in einem Museum zu sammeln, sich darüber zu informieren und sie danach auch passend einzusetzen. Es werden Situationen geschaffen, für die die Wegweiser z.B. unbedingt ein Fernrohr benötigen und es liegt an dem Leser dies zu erkennen und anzuwenden. Auf spielerische Weise eignen sich hier die Kinder das überaus nützliche Wissen an und haben dabei auch Spaß!

Ich könnte mir durchaus vorstellen, sowohl das Buch, als auch die DVD im Unterricht zum Thema „Sinne“ z.B. bei Wochenplanarbeit einzusetzen. Hierfür wäre allerdings ein Glossar sehr wünschenswert. Das Buch wäre dann eine Informationsquelle unter vielen, die zusätzliche und spezifische Informationen anbietet und eventuell die Neugierde einiger Kinder weckt, sich mit diesem Thema vertiefend auseinandersetzen zu wollen.

Zur Vertiefung und Aneignung von interessanten Details für computerbegeisterte Sprösslinge zu empfehlen. Wissenschaft zum Selberausprobieren!


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Julia Breitenöder und Manfred Tophoven – Mit Mama in den Kindergarten

Klappentext:

Laura will nicht alleine in den Kindergarten. Mama soll sie begleiten und mit ihr spielen. Mama erfüllt Laura diesen Wunsch und gemeinsam springen sie auf dem Trampolin und malen mit Fingerfarben. Doch dann kommt plötzlich alles anders: die anderen Kinder wollen, dass Mama mit ihnen eine riesige Sandburg baut, beim Mittagessen muss Laura ihren Schokopudding mit Mama teilen und beim Theaterspielen bleibt für Laura nur die Rolle des siebten Zwerges.

Rezension:

Laura möchte sich von ihrer Mama nicht trennen und so fließen bei ihr Krokodilstränen. Da hat Lauras Mama eine Idee: Sie ruft kurzerhand im Büro an und bittet um einen freien Tag, welcher ihr auch prompt gewährt wird. So kann die Mutter mit ihrer Tochter zusammen im Kindergarten bleiben. Anfangs freut sich Laura sehr, doch als ihre Mutter nur ihr eine Geschichte vorlesen soll, gesellen sich auch andere Kinder hinzu, sodass Laura nie ihre Mutter für sich haben kann. Und als ihre Mama sich auch noch die Füße mit Farbe beschmiert und auf dem Trampolin mit den anderen Kindern herumtollt, verliert Laura gänzlich die Lust auf Mamas Anwesenheit in IHREM Kindergarten… So langsam beginnt Laura zu zweifeln, ob das eine gute Idee war, ihre Mutter zum Bleiben zu bitten …

Wer kennt diese Szene nicht: Das Kind möchte einfach nicht von der Mutter loslassen. Das Mutterherz zerbricht in zwei Teile und das Kind schluchzt so sehr, dass das Atmen schwer fällt.

Hier hat die Mutter eine grandiose Idee und durch das Vorlesen könnte einigen Kindern das Loslassen womöglich leichter fallen. Die Überwindung der Trennung ist ein wichtiger Schritt in Richtung Selbstständigkeit und dieses Buch zeigt auf eine lustige Weise, dass es durchaus Vorteile hat die Mama nicht im Kindergarten dabei zu haben.

Fazit:

Einfallsreich und witzig!

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Dagmar H. Mueller und Martina Theisen – Die unsichtbare Noa … will nicht mehr schüchtern sein

Rezension:

In den eigenen vier Wände ist Noa, ein mutiges, lustiges, freches, großes und starkes Mädchen. Sie sing ganz laut, kämpft mit gefährlichen Räubern und großen Bären. Doch kaum hat sie das Haus verlassen, wird sie unsichtbar! Keiner nimmt sie wahr, nicht die Verkäuferin, die ihre Melonen anpreist und auch nicht die Kinder auf dem Spielplatz. Noa würde so gerne mit den anderen Kindern spielen, doch das geht ja nicht, weil sie unsichtbar ist…

Eines Tages bemerkt sie etwas Merkwürdiges! Sie sieht einen unsichtbaren Jungen und als sie zu ihm geht, um mit ihm zu sprechen, erkennen beide, dass sie nun sichtbar werden. Daraufhin fragen die anderen Kinder Noa und ihren neuen Freund Nick, ob sie denn nicht mitspielen möchten. So ist Noa nicht nur in den eigenen vier Wänden eine Räuberfrau, sondern auch im Spiel mit anderen Kindern.

Eine wunderschön illustrierte Geschichte, die auf die Schüchternheit, Zurückgezogenheit und Unsicherheit der Kinder eingeht. Manchmal braucht es nur einen Freund, sodass Kinder Selbstsicherheit und Selbstbehauptung entwickeln können. Die versteckte Botschaft  wird den Kindern jedoch beim Lesen nicht transparent. Viele glauben wirklich, dass Noa sich von einem unsichtbaren Mädchen in ein sichtbares verwandelt. Es bedarf erst eines ausführlichen Gespräches, um dem tiefen Sinn der Geschichte auf den Grund zu gehen.

Die Illustrationen fangen sehr gut die Gefühlslage von Noa ein, sie wird als abseits stehend dargestellt. Sie ist unbeachtet, traurig, wobei die anderen Kinder als dynamisch, aktiv und fröhlich illustriert werden.

Fazit:

Das aufgegriffene Leitmotiv ist für viele Kinder sehr bedeutend und mit elterlicher Aufklärung auch gut zu vermitteln.

Bewertung:

 


 

Max Kruse und Doris Eisenburger – 1000 Stiefel

Klappentext:

„Ein Märchen? Ja, aber eines, das auf einer realen Begebenheit beruht. Ein Schelmenstück? Ja, aber eines, in dem ein hübsches Mädchen das Schlauköpfchen ist, das über den Mächtigen triumphiert. Dazu eine Liebesgeschichte und ein Beispiel dafür, wie Geduld und Klugheit mit ein bisschen Glück, das nun einmal zum Leben gehört, zum Ziele führen.“

Inhalt:

Das Töchterchen Ninatschka des Schusters Pjotr Sohlewitsch kennt ihren passenden Schuh und das ist  Boris Rubelew, Söhnchen eines reichen Grundbesitzers der Stadt Mausopol. Der arme Schuster bekommt eines schönen Tages 1000 Stiefel von einem fernen Verwandten vererbt. Um diese Stiefel jedoch ins Land bringen zu können, muss erst ein saftiger Zoll auf jegliche Ware auferlegt werden. Bei dem Gedanken muss der arme Schuster fürchterlich schluchzen, sodass sein hübsches Töchterchen ihm den Rat gibt: „Kommt Zeit, kommt Rat. Und am Abend ist man schlauer als am Morgen.“ Er soll doch nur die 1000 linken Stiefel ins Land holen. So geschah es. Da staunte der Zöllner nicht schlecht, was man mit so vielen linken Stiefeln anstellen soll, zum Tragen waren sie jedenfalls nicht geeignet… Die hübsche Ninatschka hatte aber nicht nur diesen Rat auf Lager, sondern flüsterte hier und da so einiges. Für ihren Liebsten, den Sohn des örtlichen Fürsten hatte sie auch einige Ratschläge parat und schaffte es mit Klugheit und viel Geschick letztlich nicht nur die 1000 Stiefel ins Land zu holen, sondern auch den für sich passenden Schuh, den Boris Rubelew, an sich zu binden.

Rezension:

Das mit Musik untermalte Märchen wurde von Franz-David Baumann vertont und von Henk Flemming gelesen. An einigen Stellen finden sich leichte Abweichungen von der Printversion, was jedoch dem Inhalt keinen  Abbbruch macht. Auf jeder Seite im Buch ist ebenfalls vermerkt auf welchem Track man die Stelle auf der CD findet, sodass Lesen und Hören auch gleichzeitig funktionieren kann. Die Stimme des Vorlesers ist angenehm, die Erzählung ist zwischendurch immer mit schöner Musik untermalt, auch mit einigen Liedern. Der traditionell russischen Zeichenkunst hat Doris Eisenburger einiges abgeschaut, sodass die Illustrationen sehr authentisch wirken. Ein Samowar, die typischen Kopftücher, die Birken, der Akkordeon, die Karten, die Troika – Russland ist so wunderbar eingefangen in diesen Bildern! Das Betrachten und Entdecken ist ein Genuss!

Die Geschichte birgt neben dem Witz noch eine tolle Lehre in sich: Geduld und Köpfchen werden sich im Leben bewähren und früher oder später zum Erfolg führen!

Fazit:

Ein Buch und Hörbuch in einem, eingebettet in ein gelungenes Märchen!

Vielen Dank an den Annette Betz Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Bewertung: