Die Shutter Sisters – Fotografiere was du fühlst

Ein Porträt ist nicht einfach nur ein Bild, sondern ein dynamisches Zusammenspiel zwischen Fotograf und Modell. Auf dem Foto mag zwar nur die abgebildete Person zu sehen sein, doch ein gelungenes Bild reflektiert sowohl das Talent und das Können des Fotografen als auch seine Beziehung zum Modell (S. 30).

Ein einziger Klick – geplant oder nicht – macht einen Augenblick zu einer immer wiederkehrenden Erinnerung an das Vergangene (S.7).

Die Shutter Sisters sind zehn Frauen, die alle mit Leidenschaft fotografieren und auf der Internetplattform www.shuttersisters.com  ihre Bilder mit der breiten Öffentlichkeit teilen. Dieses Buch, so die Sutter Sisters, will dazu einladen, sich in Bilder zu vertiefen, interessante Geschichten zu erfahren und mehr über das Wie und Warum der emotionalen Fotografie zu lernen.

In zehn thematisch gegliederten Kapiteln stellt je eine Shutter Sister ihre Fotografien dar und erkärt in kurzen Texten den Kontext des Schnappschusses, die Bedeutsamkeit des Winkels, der Farben oder auch einfach nur die Wahl des passenden Hintergrunds. Das Buch ist in folgende Kapitel aufgeteilt: Horizonte, Porträts, Natur, Räume, Kindheit, Stille, Dokumentation, Tiere, Tafeln, Zusammengehörigkeit. Jedes Kapitel wird nach den Schritten: Annährung, Blickwinkel, Komposition, Licht, Details und Bearbeitung analysiert. Im Glossar werden die wichtigsten Begrifflichkeiten wie Blende, ISO-Wert, Schärfentiefe etc. verständlich erläutert.

Die Fotografie, das Festhalten eines bestimmten Moments für die Ewigkeit, ist für mich immer noch wie ein Wunder. Ich bin jedes Mal erstaunt, dass man Augenblicke des Lebens auf diese Weise auffangen kann. Und da man als Fotograf in einer ganz anderen Emotion steckt und wie im Zitat oben so schön hervorgehoben zum „Modell“ auch eine ganz besondere Beziehung hat,  als es ein Außenstehender wahrzunehmen vermag, sind Bilder etwas Persönliches und geben immer etwas vom Fotografen, auch wenn er hinter der Kamera bleibt, preis. Mit jedem Bild beleuchtet man, was für einen selbst von Bedeutung ist. Diesen Fokus hat sich dieses Buch zu eigen gemacht und präsentiert äußerst utnerschiedliche Bilder, die die Betrachter inspirieren sollen die Kamera wie ein Maler ein Pinsel zu betrachten und damit farbenfrohe und emotionale Bilder zu erschaffen.

Die Shutter Sisters blenden jedoch die Technik des Fotografierens komplett aus. Dieses Gebiet ist so breitgefächert und eine Wissenschaft für sich, unabhängig vom Bildgegenstand. Nichtsdestotrotz hätte ich mir bei allen Bildern die Angabe vom ISO-Wert, Belichtung, Blende und Brennweite gewünscht. Bei einigen wenigen sind diese Werte vorhanden, doch die Neugierde war bei einigen Bildern doch vorhanden und diese Ergänzung für mich persönlich wünschenswert gewesen.

Mich persönlich haben insbesondere die Kapitel Zusammengehörigkeit von Jen Lemen und Kindheit von Maile Wilson beeindruckt. Es sind Fotografien in denen man sich verlieren möchte. Sie stellen das Leben so ungezwungen, frei, alltäglich und doch inspirierend dar, dass man oft das Gefühl hat, mitten im Raum bei der kleinen Familie oder auf der Couch beim Feiern und Essen zu sein. Einige Ideen und Blickwinkel möchte man sofort übernehmen und behält sie daher für den richtigen Augenblick im Hinterkopf. Denn bekanntlich verbindet man gestellte und künstlich konstruierte Situationen mit dem jeweiligen Foto und so bleibt das beim Betrachten des Fotos auch immer als fahler Beigeschmack erhalten. Echte Emotionen im richtigen Moment einzufangen ist eine Kunst und diese zu entwickeln braucht Zeit, Hingabe, Übung, Beharrlichkeit und Leidenschaft.

Inspirierende Fotografien, die die Emotionalität in den Vordergrund stellen und Bilder als Dokumente von Ereignissen betrachten.

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Susanne Helene Becker – 99 neue Lesetipps: Bücher für die Grundschule

Jedes Jahr erscheint eine Vielzahl an Kinder- und Jugendbüchern. Da den Überblick zu behalten ist schwer. Das Buch „99 neue Lesetipps“ gibt hier eine Orientierung über besondere Bücher, die zwischen 2005 und 2011 veröffentlicht wurden. Laut der Devise „Bücher von heute für Kinder von heute“  werden literarische Themen hervorgehoben, die die Kinder von heute beschäftigen und interessieren. Die Autorin stellt nicht nur die Bücher vor, sondern zeigt Möglichkeiten auf, wie sie in die tägliche Arbeit einbezogen werden können. Damit das Leseerlebnis ein Erfolg wird, sind zahlreiche Hinweise und nützliche Vorschläge und Anregungen in dem Buch zu finden.

Durch den sehr strukturierten Aufbau und den sehr benutzerfreundlichen Symbolen ist es sehr einfach sich in diesem Buch zurecht zu finden. Drei übergreifende Kapitel führen den Leser durch das Buch: 99 (und mehr) Lesetipps; Wissenswertes rund ums Lesen; Informationen rund um die Bücher. Den Großteil des Buches machen tatsächlich die wertvollen  Buchvorstellungen aus. Diese werden nach den folgenden Gattungen untergliedert: „Bilderbücher“, „Sachbücher“, „Kinderromane und -erzählungen“ und „Gedichte, Lieder und Sprachspiele“. Innerhalb der Gattungen werden die Bücher nach aufsteigendem Leseniveau sortiert, das stetig durch die Anzahl der Sterne dem Leser transparent gemacht wird. Neben dem Leseniveau wird auch das Vorleseniveau, das vor allem bei Bilderbüchern bedeutend ist, nach drei Niveaus unterschieden. Besonders nützlich empfinde ich den Steckbrief, den es zu jedem Buch gibt. Hier befindet sich die farbige Darstellung des Covers, weitere Angabe zu evtl. Auszeichnungen, Schlüsselwörter, die diesem Buch zuzuordnen sind, sowie der Leseanlass (z.B. Ferienanfang, Lesenacht, Sprachstandtest, vor dem Aufräumen etc.) Jedem Buch ist eine Doppelseite gewidmet und erlaubt jeweils einen Blick in das Buch, mal in Bildform und mal als Textausschnitt.

Den Kern bilden die drei Abschnitte „Darum geht es in dem Buch“ (Inhalt), „Das macht das Buch besonders“ (Gestaltung und lesepädagogische Überlegungen) und „So arbeiten Sie mit diesem Buch“. Der letztgenannte Bereich ist eng angelegt an das Kapitel „Wissenswertes rund ums Lesen“, das sich auf die Vorstellung und nähere Erläuterung einiger Methoden konzentriert. Des Weiteren finden sich hier die theoretischen Ansätze zu den Zielen der Leseförderung, sowie eine ausgearbeitete Kriterienliste für die Auswahl von Büchern. Im Unterkapitel „55 plus 9 Methoden für die Arbeit mit Büchern“ werden konkrete Vorschläge zu Themen wie Bilderbuchkino, Kamishibai, Bilderlupe, der rote Faden, Lesekiste, Stockpuppen etc. gemacht. Auf der Verlagsseite befinden sich  außerdem einige Kopiervorlagen zum Downloaden, wie Elternbriefe, Lesepass, Trimory, Comicwerkstatt, Adjektivlandkarte und vieles mehr.

Auf 336 Seiten finden sich wahre Schätze an Buchvorschlägen, von denen mir einige natürlich bekannt vorkamen, weil sie hier auf diesem Blog bereits rezensiert wurden und andere, die leider an mir gänzlich vorbeigegangen sind. Umso erfreuter war ich, sie hier nun neu entdecken zu dürfen. Die Praxisvorschläge sind abwechslungsreich und wirklich inspirierend. Dabei sind die Vorschläge oft in Einstieg, Bild- und textorientierte Aufgaben und Projekte und Gestaltende Aufgaben und Projekte gegliedert. Es lassen sich daher Hinweise sowohl für den Deutschunterricht, als auch den Kunstunterricht finden.

Ich bin von diesem Buch wirklich sehr angetan und kann es jedem Grundschullehrer und aber auch Eltern, die einige Vorschläge im Umgang mit Büchern benötigen, wärmstens ans Herz legen!
Dieses Buch macht es einem wirklich schwer, es wieder aus der Hand zu legen.

Eine große Inspirationsquelle in Bezug auf aktuelle Kinderliteratur, verknüpft mit sehr nützlichen praktischen Umsetzungsvorschlägen.

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Annette Breaux und Todd Whitaker – 50x Schülerverhalten verbessern

Todd Whitaker und Annete Breaux zeigen 50 praxistaugliche Ansätze, um Schülerverhalten zum Positiven zu verändern. Das Buch bietet sowohl Lösungen für die Bewältigung akuter Probleme im Klassenzimmer als auch Strategien, um eine Lernumgebung zu schaffen, in der Schüler nachhaltig gern lernen – und sich deshalb entsprechend verhalten.

Kinder legen eben kindliches Verhalten an den Tag. Sie tun nicht immer, was richtig und gut für sie ist. Sie testen gern die Grenzen aus. Die Autoren vertreten die Meinung, dass man die Schüler erst erreichen muss, ehe man ihnen etwas beibringen kann.

Die insgesamt 50 Rezepte sind nach einem Dreischritt strukturiert. Das jeweilige Rezept beginnt mit einem Denksanstoß, in dem das „Problem“ geschildert wird. Darauf folgend wird auf Lösungen und Strategien für den Unterricht eingegangen und aufgezeigt wie das Problem verringert bzw. behoben werden kann. Die Quintessenz fasst die wichtigsten Punkte noch einmal zusammen.

Die Autoren sind beide in der Lehrerausbildung tätig und leben in Amerika. Dem Schreibstil ist dies anzumerken. Es ist selbstbewusst, erfolgsversprechend, imponierend, zum-Schmunzeln-bringend. Ein Beispiel gefällig?

Jeder Schüler hat einen Lehrer verdient, der an ihn glaubt. Wenn Sie dieses Buch lesen, davon sind wir überzeugt, dann sind Sie dieser Lehrer.

Ich mag Amerikaner und somit diese Art zu denken und zu schreiben. 🙂 Dabei darf man dieses Buch keineswegs in einem Rutsch durchlesen. Es braucht Zeit, um es auf sich wirken zu lassen, um sich selbst im Unterricht zu beobachten und das gezeigte Verhalten zu reflektieren. Viele Lehrer werden erfreut feststellen, dass sie das ein oder andere Verhalten bereits in ihr Repertoire aufgenommen haben. Einfach weil es funktioniert und den gewünschten Erfolg mit sich bringt. Das andere muss man ausprobieren und sehen welche Ergebnisse erzielt werden. Seit einem Monat stellt dieses Buch meine Abendlektüre dar und ich habe schon etliche der am Abend gelesenen Tipps am nächsten Tag ausprobiert. Viele mit einem überraschend positivem Ergebnis. Ein Beispiel aus der Praxis gefällig?

Dennis (Name geändert) geht in die zweite Klasse und spielt oft und gerne mit seiner Trinkflasche. Dabei benutzt er sie als Instrument und trommelt in unregelmäßigen Abständen damit unter seinem Tisch. Mit einem neugierigen Blick schaut er zur Lehrerin, um zu sehen, ob sie es gemerkt und gleichzeitig erkannt hat, woher denn das Geräusch kommt. Die Autoren interpretieren solches Verhalten als „Die Lust zu spielen“. In der Tat, Dennis meint es gar nicht böse, er ist nur experimentierfreudig. Die Empfehlung der Autoren war: Die Aufmerksamkeit des Schülers auf etwas anderes lenken, anstatt auf das störende Verhalten einzugehen. Also wurde Dennis von mir gebeten, mir doch bitte beim Herunternehmen meiner Transparenzkarten am Ende der Stunde zu helfen. Denn ich weiß  ja, dass er gerne mit Magneten spielt (wie schon erwähnt, er experimentiert gerne). Abrupt wurde die Flasche in die Tasche gepackt, ohne dass ich ihn darauf hinweisen musste und die Aufmerksamkeit war auf den Unterrichtsstoff gerichtet! Es wirkt!

Lehramtsanwärter, die sich auf die Prüfung vorbereiten und sich näher mit dem ersten Kolloquiumsthema „Leitideen pädagogischer Grundschularbeit“ beschäftigen, werden in diesem Buch einige hilfreiche Vernetzungen zu den im Seminar behandelten Themen finden. Dabei tauchen viele Beispiele aus der Praxis auf, die sich ebenfalls als hilfreich erweisen könnten, wenn das Thema „Unterrichtsstörungen“ angeschnitten wird.

Das grüne Cover, das Hoffnung symbolisiert und natürlich sehr erfolgsversprechend (beachte die Rakete!) gestaltet ist, finde ich gelungen und sympathisch. Oft sind die Rezepte wirklich Kleinigkeiten, die jedoch eine große Wirkung mit sich bringen. Die Auswirkung auf das Schülerverhalten eines lächelnden Lehrers, der den Klassenraum betritt, ist enorm. Ich würde viele der gegebenen Tipps am liebsten aufsaugen und lege dieses Buch allen Lehrern wärmstens ans Herz. Bevor Wissensvermittlung verwirklicht werden kann, müssen Bedingugen geschaffen werden, unter denen Lernen überhaupt stattfinden kann und dabei darf der Beziehungsaufbau nicht unterschätzt werden.

Ein äußerst gelungenes Fachbuch für die Praxis!

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Winfried Kain – Die positive Kraft der Bilderbücher

Winfried Kain leitet den Leser in dieses Buch mit dem Einführungskapitel „Vom Zauber der Bilderbücher“ ein. Hier verdeutlicht er wie tief Kinder die vorgelesenen Bilderbücher berühren, sie erstaunen lassen und faszinieren. Auch wenn sie uns ihre Empfindungen und Erlebnisse vielleicht sprachlich nicht mitteilen können, so werden Kinder trotzdem oft von den Bilderbüchern geprägt. Der Zauber zeigt sich jedoch auch in der Interaktion zwischen Kind und Erwachsenem, welche bei der gemeinsamen Betrachtung entsteht. Die Bedeutung von Bilderbüchern für die Entwicklung von Kindern wird in zweitem Kapitel herausgearbeitet, mit einem besonderen Augenmerk auf die Förderung allgemeiner kognitiver Fähigkeiten, emotionaler Kompetenzen und des sozialen Verständnisses.  Es wird ebenfalls auf die Bedeutung der Präsentation eingegangen, denn bekanntlich  gehört zum Betrachten und Vorlesen eine ansprechende Atmosphäre.  Es werden dem Vorleser Methoden an die Hand gegeben, die die Darbietung spannender und effektiver gestalten lassen. Den Großteil des Buches bildet die Vorstellung empfehlenswerter Bilderbücher, die alle strukturiert dargestellt werden. Zu jedem Buch gibt es ein farbliche Abbildung der Titelseite. Es folgt die Beschreibung des Inhalts und danach wird unter der Rubrik „Praktische Hinweise“ teils sehr ausführlich entsprechende Erläuterungen aufgeführt und mögliche Aktivitäten im Umgang mit dem Bilderbuch aufgezeigt. Die Darstellung der einzelnen Bilderbücher wurde thematisch geordnet dargestellt, z.B. nach den folgenden Themengebieten: Gefühle, Freundschaft, Selbstwert und Selbstvertrauen, Entdeckung des Körpers und der Sinne, Gesundheit und Behinderung, Über das Leben philosophieren etc.

Dieses Buch ist ein wahrer Schatz in meinem Bücherregal und hat einen Sonderplatz erhalten. Durch die sehr strukturierte Darstellung sind die gesuchten Bücher sehr leicht zu finden und ich bin auf viele Bücher gestoßen, die meine Wunschliste haben anwachsen lassen. Auch der theoretische Teil dieses Buches ist Gold wert und zwar nicht nur für Erzieherinnen, wie dieses Buch durch den Untertitel „Bilderbücher in Kindertageseinrichtungen pädagogisch einsetzen“ suggerieren mag, sondern auch für GrundschullehrerInnen oder auch für interessierte Eltern. Besonders die Darstellung der unterschiedlichen Strategien beim Vorlesen und die damit verbundene Einbindung der Kinder ist sehr empfehlenswert. Bilderbücher haben so viel positive Kraft, die hier so wunderbar verdeutlicht wird und so viele Aspekte, die dadurch gefördert werden, dass man als Leser am liebsten all diese wertvollen Informationen am liebsten wie ein Schwamm aufsaugen möchte.

Das Titelbild ist farbenfroh und präsentiert uns die bekannten und ins Herz geschlossenen Figuren wie Janosch, Frederick oder auch den Grüffelo. Dieses Buch von Winfried Kain zeigt uns auf eine wunderbare Weise, dass Bilderbücher eine unschätzbare Quelle für die pädagogische Arbeit sind!

 

Dieses Buch ist ein Muss, für alle, die Kindern vorlesen! (Eltern eingeschlossen)

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Kelly Cutrone – Wenn du heulen willst, geh raus!

Kelly Cutrone beschreibt in ihrem Buch ihren eignen Weg zu einem erfolgreichen Unternehmen in der Modebranche. Sie benennt all die Charaktereigenschaften, die man braucht, um dauerhaft in New York erfolgreich zu sein und verschweigt auch die negativen Sachen und all die Stolpersteine nicht. Sie ist knallhart, ehrlich und ab und an spirituell. So plädiert sie für die Hinwendung zum Göttlichen, der Erschaffung der eigenen Kirche und der Notwendigkeit der inneren Ausgeglichenheit. Drogenexzesse, Alkoholsucht, sexuelle Neuerfahrungen werden ebensowenig verschwiegen, wie die Geburt ihrer Tochter. Viele Erlebnisse werden mit einem typisch-Kelly-Cutrone-Witz gewürzt und abzuhackende Checklisten à la „Das muss ich bis 30 gemacht haben“ nicht ausgelassen.

Nachdem ich ein TED-Video von Kelly Cutrone gesehen habe und ihre Geschichten und vor allem die Erzählart sehr unterhaltsam fand, war ich auf dieses Buch sehr neugierig. Ich habe mir keinesfalls einen Ratgeber erhofft, der mir beibringt in der Modebranche Fuß zu fassen. Ich wollte lediglich mehr von diesen erfrischenden Geschichten  hören. Und ich wurde nicht enttäuscht. Auch wenn mich diese spirituelle Ader und die Hinwendung zur weiblichen Göttlichkeit eher gestört hat und ich diese Stellen am liebsten überflogen hätte. Ihr eigener Werdegang ist und wird wohl einzigartig bleiben, denn dazu bedarf es eines starken Willens, Unerschrockenheit, Mut und die Eigenschaft gnadenlos ehrlich zu sein. Sie hat es geschafft, aber es ihr nachzumachen wird es schwer, wenn nicht gar unmöglich sein. Es sind einige anregende Gedankenanstöße vorhanden, wie z.B. die traditionelle Denkart zum Verlieben, Heiraten und Kinderkriegen zu überdenken und sicher zu stellen, was für einen persönlich momentan wichtig ist und sich nicht in etwas womit man nicht glücklich ist, zwängen zu lassen.

Chaotisch, überdreht, unterhaltsam, spirituell, einzigartig.


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Frauke Schwaiblmair – Mit dem Baby durch das erste Jahr

„Es beginnt ein völlig neuer Lebensabschnitt.“ Dieser Slogan auf der Titelseite des Buches verdeutlicht, dass frisch gebackene Eltern nun vor völlig neuen Aufgaben stehen und sich mit ihnen bisher unbekannten Fragen auseinandersetzten müssen. Dieses Buch möchte auf die Zweifel und Unsicherheiten der Eltern eingehen, ihre natürliche Erziehungskompetenz stärken und zeigen wie unterschiedliche Situationen im ersten Lebensjahr gemeistert werden können. Im ersten Kapitel wird auf die ersten Wochen nach der Geburt eingegangen. Im darauf folgenden Kapitel wird die Tradition als Fluch oder Segen diskutiert und knüpft anschließend an die Erwartungen der Familie und Umwelt an. Die Schwierigkeit „Schlafen“ und „Essen“ wird ebenfalls in den Blick genommen, die Bedeutsamkeit des Spielens uns Singens hervorgehoben. Den Abschluss bilden die Themen Großfamilie und die Achtsamkeit der Paarbeziehung. Jedes Kapitel schließt mit dem Hinweis: Folgende Fragen können Sie als Eltern besprechen! Hierbei werden durchschnittlich drei Fragen als Diskussionsanregungen passend zu dem jeweiligen Kapitel vorgeschlagen.

In dem relativ kleinen Buch mit nur 68 Seiten kann man keinen ausführlichen Ratgeber erwarten. Auf die wichtigsten Themen wird nur oberflächlich eingegangen und soll wohl hauptsächlich zum Nachdenken über das eigene Handeln animieren. Spezifische Ratschläge wie z.B. zu der Fragestellung „Wie verhalte ich mich, wenn mein Kind nicht zur Ruhe kommt?“  sind leider nur rar gesät. Diese sind meist in einem blauen Kasten zusammengefasst und für frisch gebackene Eltern sehr wertvoll. Die Autorin dieses Buches hat Psychologie studiert und so ist dieses Buch auch stark „psychologisch“ angehaucht und auf das positive Denken ausgerichtet. Die Devise in diesem Buch ist hauptsächlich auf die eigene Intuition zu vertrauen und dem Instinkt zu folgen, dann wird schon alles gut werden! Es werden durchaus wichtige Themen angeschnitten und die Fragen regen durchaus zur Auseinandersetzung an, doch ich habe mir von diesem Buch als Ratgeber mehr konkrte Hinweise erhofft.

Als kleines Mitbringsel ganz nett. Für frisch gebackene Eltern, die nach ausführlichen Informationen suchen, eher nicht zu empfehlen.

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Für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares bedanke ich mich bei Blogg dein Buch und dem Butzon-Bercker Verlag!

Weitere Informationen zu dem Buch hier

Dale Carnegie – Führen mit Persönlichkeit

„In der heutigen Unternehmenskultur ist eine neue Art von Führungspersönlichkeit gefragt. Eine, die andere inspiriert und motiviert, ihr Bestes zu geben. Dieser Ratgeber zeigt die notwendigen Führungskompetenzen für das 21. Jahrhundert und erklärt, wie man nicht nur erfolgreich führen lernt, sondern tatsächlich eine Führungspersönlichkeit wird. Er hilft Ihnen, Ihre Stärken zu identifizieren und Führungsstrategien erfolgreich umzusetzen.

Sie erfahren u.a.

  • welche Art von Führungskraft Sie sind und was das für Ihre Arbeit bedeutet
  • was die wichtigsten Eigenschaften einer erfolgreichen Führungskraft sind und wie Sie sie erwerben können
  • wie Sie starke Entscheidungen treffen und sie durchsetzen
  • wie Sie andere motivieren und inspirieren können, ihr Bestes zu geben
  • wie Sie Vertrauen schaffen und Verantwortung delegieren können
  • wie Sie in Krisensituationen effizient reagieren“

Führungskräfte werden in allen Institutionen benötigt, sei es Schule, eine Firma oder die Spitze des Staates. Als Führungskraft wird man nicht geboren, dafür bedarf es einiger Entwicklungsschritte. Das Buch knüpft hier an und zeigt wie die Führungskraft erst bei sich persönlich anfangen muss. Denn erst als Vorbild und Motivator, als gutes Beispiel, welches voranschreitet, kann es seine Mitarbeiter, wie das Cover anhand eines Pfeils auch schön verdeutlicht, mitziehen und motivieren die gesetzten Ziele umzusetzen. Carnegie fasst insgesamt vier Führungseigenschaften, die zur erfolgreichen Führung beisteuern zusammen: Optimismus, Fröhlichkeit, Kreativität, die Fähigkeit, Rückschläge zu überwinden.

Die Risikobereitschaft sollte ebenfalls ausgeprägt sein, um mit der Zeit zu gehen, sollte man Veränderungen suchen und das Neue freudig annehmen und sich der Herausforderung gemeinsam stellen. Das Team rückt in den nächsten Kapiteln daher näher ins Licht. Kommunikation ist herbei das A und O, denn damit beginnnt erst die Führung. Der Leser lernt in den nachfolgenden Kapiteln den eigenen Führungsstil kennen und wie ein erfolgreiches Work-Life-Balance aussieht, um sich vor Burnout zu schützen.

Und da fast jede Führungskraft Rückschläge einstecken muss und sich in Krisensituationen beweisen muss, sollte man die Krise als Bewährungsprobe sehen und somit als Chance. Positive Psychologie ist hierbei das Stichwort! Dale Carnegie greift immer wieder zu bekannten Persönlichkeiten wie John F. Kennedy oder Winston Churchill oder auch bekannte Firmen (Coca Cola, Johnson & Johnson), um anhand dieser Beispiele seine Argumente zu verdeutlichen und zu untermauern. Sie können hierbei als positive oder auch negative Beispiele dienen.

Die vielen Zitate am Anfang jedes Kapitels leiten die Thematik sehr schön ein. Der Schreibstil ist locker-souverän und vermag den Leser durchaus zu fesseln. Die an jedes Kapitel anschließenden Aktionsschritte werfen Fragen an den Leser auf und bringen ihn so zum Nachdenken über sich selbst und den eigenen Führungsstil.

Insgesamt ein gelungener und erfrischender, zeitweilen erheiternder Ratgeber.

(Amazon-Link)

Ursula Bredel, Nanna Fuhrhop und Christina Noack – Wie Kinder lesen und schreiben lernen

Ein Blickfang ist das tolle Buchcover, welches den Leser, dabei vor allem die Lehrer und Eltern, in die Welt des Schriftspracherwerbes einführen soll. In der Einleitung versuchen die Autorinnen, die alle als Professorinnen an verschiedenen Hochschulen in Deutschland arbeiten, mit einer Studie zu schocken, die besagt, dass rund 7,5 Millionen Erwerbsfähiger in Deutschland keine zusammenhängenden Texte lesen und schreiben können. Von dieser Erkenntnis aus wird ein großer Bogen auf die Komplexität der deutschen Sprache geschlagen. Man taucht sehr tief in die Materie ein und dem einen oder anderen Lehramtsstudenten werden die  auftauchenden Begrifflichkeiten sehr an die Seminarinhalte erinnern: Oszillogramm, IPA, Knacklaute, phonetische Transkriptionen, Silbenkerne von unbetonten Silben, das silbenanalytische Modell etc. Für Eltern, die sich mit dieser Thematik noch nie beschäftigt haben, wird es sehr schwer, wenn nicht fast unmöglich sein diesen Inhalt zu durchdringen. Die meisten würden sich hiernach selbst als „funktionale Analphabetiker“ fühlen. Lehrer dagegen haben hierbei die Möglichkeit das möglicherweise eingerostete Wissen noch einmal aufzufrischen. Was mich jedoch zwischendurch gestört hat, war die Tatsache, dass die Autorinnen die Lehrer als unwissende Pädagogen sehen und der Regelfall für sie so aussieht, dass sie Fehler einfach rot unterstreichen ohne der Ursache auf den Grund zu gehen (S. 101). Seit Jahren wird in den Seminaren betont, dass Fehler tolle Sprachanalyse darstellen und diese als Entwicklungsschritte anzusehen sind. Denn bekanntlich sind Fehler notwendige Entwicklungssschritte in jedem Lernprozess.
In den weiteren Kapiteln werden Rechtschreibtests (AFRA, Hamburger Schreibprobe) und Lesetests (ELFE, LTB) vorgestellt und auf die Lese- und Rechtschreibstörungen eingegangen. Den Kapitel „Zweitschrifterwerb“ dagegen fand ich persönlich sehr aufschlussreich und es wurden einige sehr interessante Punkte angesprochen, obwohl der Schreibstil doch sehr trocken ist und man sich durch jede Seite schon fast durchkämpfen musste.

Für Eltern zu komplex. Für Lehrer nur teilweise hilfreich.

Für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares bedanke ich mich bei Blogg dein Buch und dem Francke Verlag!

Das Buch kann hier bestellt werden.