Kathrin Lena Orso und Olena Kvitka – Mein Bauch sagt Nein!

Das eigene Bauchgefühl ist gewöhnlich ein sehr guter Schiedsrichter. Doch zum Neinsagen gehört eine ordentliche Portion Mut dazu. Dieses Bilderbuch ist ein kleines Mut-tut-gut-Training und zeigt, dass Neinsagen gar nicht so schwer ist.

Luca wird von den Geschehnissen um ihn herum überrollt und ärgert sich im Nachhinein, dass er sich von Mamas Freundin abknutschen lässt oder dass ein anderes Kind ihn auf dem Spielplatz zur Seite schubst. Er lässt es über sich ergehen, obwohl er es eigentlich nicht mag und ärgert sich darüber.

Doch zum Glück gibt es sein Kuscheltier, Eddy Erdmännchen. Das Stofftier ist im Neinsagen Profi und übt mit Luca in Rollenspielen ein, das Neinsagen in die Tat umzusetzen. Dabei gibt es drei Schritte zu befolgen. Es geht zunächst um die Einordnung des Bauchgefühls in „gut“ oder „schlecht“. Bei einer negativen Einordnung empfiehlt das Stofftier Nein zu sagen, sich Hilfe zu holen oder schlichtweg wegzulaufen. In liebenswert gezeichneten Szenen wird ein sicherer Schonraum geschaffen, wo Luca Sicherheit gewinnen kann. Nach diesen Erprobungsversuchen gilt es, sich im wahren Leben zu beweisen und das Erlernte anzuwenden. Man wird erstaunt sein, dass danach das Gefühl im Bauch viel leichter ist und man Momente des Glücks empfindet, für sich und seine Bedürfnisse eingestanden zu haben.

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Dagmar Geisler – Mein Körper gehört mir!

Rezension

Das Präventions- und Selbstbehauptungskonzept „Mein Körper gehört mir!“ hält regelmäßig Einzug in Grundschulen, um Kinder zu sensibilisieren und zu stärken.

Die eigenen Gefühle wahrzunehmen, „Nein“ zu sagen und eventuelle unangenehme Berührungen abzuwehren, ist nicht einfach. Selbstbewussten Kindern fällt es oft leichter, klar und deutlich zu sagen, was sie mögen und was sie nicht mögen. Deshalb ist es für alle Kinder bedeutend, sich ihrer Gefühle und ihres Körpers bewusst zu werden. Denn nur so können sie Grenzen für sich und für andere setzen.

Dieses Bilderbuch in der Jubiläumsausgabe gibt mit seinen klaren Bildern und dem einfachen Text Anregungen zum Gespräch und zum Nachdenken über das Thema „sexuelle Grenzüberschreitung und Missbrauch“. Dagmar Geisler zeigt zeichnerische Darstellungen, die abwechselnd voller Trubel sind oder mit ruhigen Situationen versehen, Berührungen zeigen.

Einige sind angenehm, wie z.B. das gegenseitige Kitzeln mit Freunden, andere weniger, wenn beispielsweise ein Erwachsener zu doll kitzelt. Ein Schlabberkuss gehört in die Kategorie „unangenehm“, sei es vom Hund oder von der Patentante. Ein zu festes Halten, kann ein Gefühl der Enge erzeugen. Die Bandbreite der dargestellten Situationen ist vielschichtig und unabhängig vom Geschlecht und Alter der Beteiligten.

Die selbstbewusste Protagonistin Clara macht es im Bilderbuch den Lesern vor und zeigt mit ihrer Körpersprache und der eindeutigen Äußerung „Ich will es nicht!“, dass sie bei manchen Berührungen ein „Nein-Gefühl“ spürt.

Denn ich allein bestimme, von wem und wann ich berührt werden möchte. Und du auch.

Hier verändert sich die Ansprache, sodass aus einem „Ich“ der Protagonistin ein verallgemeinerndes „Du“ wird. Die Botschaft macht sich ab diesem Zeitpunkt auf den Weg. Weiterhin werden Kinder bestärkt sich Hilfe holen zu dürfen. Schließlich hat jeder nicht nur das Recht, sondern die Verpflichtung auf das körperliche und seelische Wohl zu achten. In der Jubiläumsausgabe liegt eine Körperlandkarte bei. Hier ist der Umriss eines Körpers abgebildet, der dazu einlädt dem Körper Beachtung zu schenken, um sich besser kennen und lieben zu lernen.

Blick ins Buch

Fazit

Der Verunsicherung entgegen wirken – Kinder stärken und Mut machen!

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