Würfellesen als Lautlesemethode – Material

Eine spielerische Methode der Leseförderung, die das flüssige Lesen und die Dekodierfähigkeit steigert, ist das Würfellesen. Diese kann bereits im 1. Schuljahr eingesetzt werden und fußt bei vielen auf großer Motivation.

Das Würfellesen ist eine Form der Lautlesemethode, die Wiederholung und Training im Fokus hat. Es empfiehlt sich, bei der Einführung im Anfangsunterricht mit der Partnerarbeit zu starten. Am besten wird der Ablauf visuell gestützt und im Plenum an einer Probehandlung verdeutlicht. Zunächst liest jedes Kind den vorgegebenen Abschnitt oder Text leise für sich. Schwierige Wörter werden anschließend im Gespräch geklärt und ihre Bedeutung besprochen. Nun wird entschieden, wer den Lesewürfel zuerst würfelt.

Nach den Feldern „ICH“, „DU“ und „WIR“ wird bestimmt, wer nun den Text halblaut vorliest, während die anderen halblaut mitlesen. Anschließend würfelt das nächste Kind. Wenn das Kind beim Vorlesen stockt, wird es von anderen behutsam korrigiert und verbessert. So wird durch Wiederholung die Leseflüssigkeit gesteigert. Die Länge der Lesetexte kann je nach Lernstand der Kind variieren. Im 1. Schuljahr können es Leseteppiche mit Silben und kurzen Wörtern sein, die dann in den weiteren Jahrgängen auf eine Länge von 200-400 Wörtern pro Text steigen können.

Als Visualisierungshilfe kann eine Übersicht mit den einzelnen Schritten im Klassenraum aufgehangen werden. Zum Basteln von Lesewürfeln kann der Vordruck auf festes Papier kopiert werden. Alternativ können Taschenwürfel mit Einstecktaschen genutzt werden, um dort die Kärtchen zu hinterlegen.

Pamela Paul und Becky Cameron – Es ist wieder Rechteck-Zeit

Ach, schön – es ist wieder so weit!
Sie holen das Rechteck aus dem Regal.

Dieses Bilderbuch haucht Bücherliebe! Aus der Sicht der weichen und kuscheligen Katze werden Beobachtungen zur Rechteck-Zeit geschildert. Das Ding mit den scharfen Kanten wird anfangs meistens abends geholt. Diese Zeit wirkt entspannt und lädt zum richtig flauschigen Gekuschel ein.

Während dem Jungen zu Beginn vorgelesen wird, wandelt sich mit der Zeit die Vorlesezeit. Laut dem Motto „Erst ich ein Stück, dann du“ welchselt sich der Junge nun mit dem Vater ab. Das Kind ist motiviert und begeistert sich für das Lesen.

Auf den nächsten Seite verfolgt die Katze weitere Zeitsprünge, sodass aus der gemeinsamen Vorlesezeit nun Lesestunden im Alleinsein erfolgen. Die Nase des Jungen ist tief in Bücher vergraben. Er liest überall im Haus und beachtet nicht einmal den Familienkater mehr. Dieser weiß sich jedoch gut in Szene zu setzen und findet doch noch sein Plätzchen in der wunderbaren Rechteck-Zeit.

Die Bereicherung und die Leidenschaft, die einen rund um das Lesen begleiten kann, wird in diesem liebevoll illustrierten Bilderbuch schnell deutlich. Dieses warme Gefühl beim Lesen, das zunächst in Gesellschaft der vertrauten Umgebung erfolgt, konnte die Autorin sehr gut einfangen. Ein Buch über die Bücherliebe, das mit positiven Emotionen verknüpft ist. Der alleinerziehende Vater zeigt fernab von der stereotypischen Familienkonstellation, wie Lesetunden eingebunden werden können. Sie stöbern gemeinsam im Bücherregal, in dem auch Sachbücher stehen, lesen am Esstisch, im Bett, auf dem Boden oder der Couch. Es spornt an, an den täglichen, für manche doch recht mühseligen Leseübungen dran zu bleiben. Alternativ kann es auch als Aufhänger zur Thematisierung von Büchern herangezogen werden. So lernen die Kinder die Fachbegriffe „Buchrücken“, „Buchrückseite“ und „Titelseite“ kennen oder besschäftigen sich mit den Angaben zum Verlag, den Autoren und Illustratoren.

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