Manfred Kiesel – Kunst fachfremd unterrichten: Die Praxis 1./ 2. Klasse

Kunst fachfremd unterrichten: Die Praxis 1./ 2. Klasse

Während das Basiswerk die grundlegenden Strukturen und praktischen Hinweise eines modernen Kunstunterrichts vermittelt hat, konzentriert sich der vorliegende Praxisband für die Schuleingangsphase auf die Darstellung exemplarischer Unterrichtsstunden und -einheiten.

Alle Unterrichtseinheiten wurden nach den vier Arbeitsbereichen (Zeichen und Grafik, Farbe und Malerei, Formen und Bauen, Spiel und Aktion) sortiert und unter folgenden Übersichtspunkten zusammengefasst:

  • Thema und Vorbereitung
  • Kompetenzen
  • Benötigtes Material
  • Unterrichtsverlauf
    • Wahrnehmen und Besprechen
    • Gestalten
    • Präsentieren und Reflektieren
  • Reflexionsfragen
  • Schülerarbeiten

Ein Jahresplan für Klasse 1 und 2 rundet das Angebot ab und stellt eine beispielhafte Sortierung der hier vorgeschlagenen Themen in  aufeinander aufbauenden Zeitfenstern dar. In der Schuleingangsphase sollen vordergründig die unterschiedliche Techniken angebahnt und die ansatzweise Entwicklung einer „Fachsprache“ forciert werden. Diese beiden Ziele ziehen sich durch das ganze Werk und finden sich auch in der sehr gelungenen Reflexionssammlung wieder.

Sehr positiv bewerte ich, besonders für Fachfremde, die Bandbreite der dargestellten Gestaltungstechniken. Die Schneide-, Klebe-, Druck- und  Reißtechnik wird genauso aufgegriffen, wie Collagen oder Zufallstechniken. Für alte Hasen ist es wahrscheinlich nichts Neues, für Anfänger ist es jedoch sehr hilfreich eine solche Übersicht zu haben. Leider ist der eh schon vernachlässigte Arbeitsbereich „Spiel und Aktion“ etwas kurz geraten. Besonders hier hätte ich mir mehr kreative Vorschläge gewünscht.

Die im Buch enthaltenen Abbildungen von Schülerarbeiten sind ebenfalls auf der mitgelieferten CD abgedruckt und können je nach Bedarf auch im Unterricht  eingesetzt werden. Im Buch wird hin und wieder ein Werk eines Künstlers erwähnt, welches sich gut als Betrachtungsbeispiel eignet. Es wäre schön diese Werke ebenfalls auf der CD vorzufinden.

Kunst fachfremd unterrichten: Die Praxis 1./ 2. Klasse

Dieser Praxisband bietet eine übersichtliche Darstellung vollständig ausgearbeiteter Unterrichtsreihen für direkten Unterrichtseinsatz. Praxisnahe Fortbildung in Eigeninitiative!

Kunst fachfremd unterrichten: Die Praxis 1./ 2. Klasse

(beim Auer Verlag inkl. Inhaltsverzeichnis, Musterseiten und der Möglichkeit im Buch zu blättern.)

Claudia Herdemeier – Rechenschwache Kinder individuell fördern

Rechenschwache Kinder sind vor allem im Grundschulalter schwer zu entdecken. Schließlich ist das zählende Rechnen die erste Strategie, die sie beigebracht bekommen. Sie nutzen ihre Finger, den Rechenrahmen oder die Rechenplättchen, um die Rechenoperationen erfolgreich zu bewerkstelligen. Im fortschreitenden Lernprozess eignet man sich weitere Strategien an, die das Zählen erleichtern und beschleunigen sollen. Viele Kinder verbleiben jedoch beim zählenden Rechnen und behelfen sich so mit selbst angeeigneten, nicht immer von Erfolg gekrönten Hilfsstratgien.

Das Umschalten auf sinnvolle Rechenstrategien und damit verbunden das Ablösen vom zählenden Rechnen ist das Ziel dieses Buchs.

Claudia Herdemeier stellt ein systematisches und praxiserprobtes Förderprogramm vor, das bei der Diagnose an den Stärken der Kinder anknüpft. Das Ziel dabei ist vom Standpunkt des Kindes aus, für ihn persönlich passende und somit individuelle Anschlussübungen zu finden. Dem Lehrenden wird eine Richtschnur vorgegeben, die nach Erfahrungswerten der Autorin zusammengestellt wurde und den üblichen Ablauf der Aneignugsstrategien darstellt.

Der Aufbau der Themen ist modulartig angelegt und orientiert sich am positiven Selbstkonzept der Kinder. Da viele Kinder durch Misserfolge bereits Schaden am Selbstkonzept genommen haben, wird hier versucht durch angepasste Übungen den Kindern wieder Mut zu machen und Erfolgserlebnisse zu vermitteln.

Von der Zahlvorstellung und der Zahlenraum-Erarbeitung, über Zerlegungs- und Analogieaufgaben bis hin zum sicheren Kopfrechnen ohne Material, die Reihenfolge der Förderschwerpunkte ist sinnvoll erarbeitet worden. Dabei wird zuerst viel Wert auf ikonische (also bildliche) Darstellung gelegt. Erst im weiterem Verlauf sollen die Kinder sich vom bildlichen Rechnen lösen und symbolische Operationen ganz ohne Hilfsmaterial ausprobieren und verinnerlichen.

Bereits vorbereitete Arbeitsblätter sollen helfen Muster, Beziehungen und operative Strukturen zu entdecken. Zur optimalen Individualisierung können sämtliche Kopiervorlagen mithilfe der editierbaren Arbeitsblätter auf der beigelegten CD-ROM an die SuS individuell angepasst werden.

Dieses Buch öffnet einem wirklich die Augen und stellt Schritt für Schritt die notwendigen, aufeinander aufbauenden Teilschritte zur Ablösung vom zählenden Rechnen dar. Oft sind es wirklich klitzekleine Erkenntnisse, die die Kinder benötigen, um von einem Förderschwerpunkt zum nächsten zu gelangen.

Ein weiterer Pluspunkt dieses Werkes ist die genaue Vorstellung von differezierenden Übungen, die aufeinander aufbauen. Es werden notwendige Materialien zusammengefasst und die genaue Vorgehensweise bildlich untermauert. Die Automatisierung der erworbenen Erkenntnisse wird stets durch die beigelegten Arbeitsblätter realisiert. Sehr einfache und trotzdem effektvolle Spiele dienen dazu, dass es bei den SuS Klick macht und der Schleier für oft abstrakte Rechenopreationen fällt.

Ich habe bereits viele der vorgestellten Übungen ausprobiert und der „Aha-Effekt“ war deutlich zu erkennen. Manche Kinder brauchen eine kleinschrittige Vorgehensweise und die Ergründung des „Warums“. Wofür ist die „Kraft der 5“ dar? Erleichtert es mir das Rechnen?

Beispielübung aus dem Buch: Unteschiedliche Darstellungsformen von Zahlen sortieren

Mit diesem sehr durchdachten und kleinschrittigen Handwerkszeug können Kinder im Grundschulalter über das Lehrwerk hinaus ganz individuell gefördert werden, um sich vom zählenden Rechnen abzulösen.

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