Mac Barnett und Jon Klassen – Drei Ziegenböcke namens Zack

Der oft melancholisch angehauchte Illustrationsstil des kanadischen Künstlers Jon Klassen wird in diesem Bilderbuch noch durch die Komponente des Düsteren und Unheimlichen ergänzt. In erdigen und dunklen Farbtönen stellt er in minimalistischer und reduzierter Malweise einen gierigen Troll dar. Er wohnte unter der Brücke und verspeist so ziemlich alles, was sich über die Brücke wagt.

Ich bin ein Troll. Ich lebe, um zu fressen.
Ich habe hier schon viel zu lang gesessen.
Wann kommt ein Tier, wann kommt ein Mann,
in den ich meine Zähne schlagen kann?

Die Charakterisierung der Abneigung gegenüber dem Troll, der im Schlamm sitzt und seine Wartezeit mit dem Herauskratzen des Schmalzes aus dem Ohr verbringt, ist gelungen. Als die erste von den drei Ziegen die Brücke zu überqueren versucht, kann sie sich nur mit List retten. Schließlich wird der Troll von Gier gespeist und so verspricht sie ihm eine noch größere Beute, wenn er sie bloß gehen lassen möge.

Das norwegische Märchen ist gekonnt in Reimen übersetzt worden. So kann auch der gewisse Witz, der der Geschichte innewohnt, weiterhin seine Wirkung entfalten. Die Moral der Geschichte „niemals genug zu bekommen“, wird stets aktuell bleiben, solange es Menschen gibt. Nicht umsonst heißt es ja auch: „Bist du in deiner Gier gefangen, wirst du immer mehr verlangen.“ Wer ahnt schon, dass es mit dem Troll nicht gut ausgeht?

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Piet Grobler und Dianne Hofmeyr – Bojabi, der Zauberbaum

Bojabi, der Zauberbaum

Rezension

Nach einer langen Dürrezeit kämpfen die Tiere Afrikas um das Überleben. Das Gras ist vertrocknet und die Bäume ohne ein einziges Blättchen. In der Ferne erblicken sie jedoch eines Tages einen Baum voll saftiger und reifer Früchte. Wenn da bloß nicht die gemeine Python wäre, die erst bereit ist den Baum frei zu geben, wenn die Tiere ihr den wundersamen Namen des Zauberbaums verraten können. Nun begeben sich die Tiere nacheinander auf den langen Weg zum König der Tiere, der als einziger den Namen kennt. Wem wird es gelingen den kniffligen Namen die lange Strecke hindurch zu behalten? Dem schnellen Zebra, dem klugen Affen oder doch der langsamen Schildkröte?

Dianne Hofmeyr erzählt die afrikanische Fabel in ihrer eigenen Version nach. Laut ihrer eigenen Aussage, ist die Geschichte um den Zauberbaum für alle Kinder, die unsinnige Namen und Reime lieben. Hier finden sich tatsächlich urkomische Abwandlungen der Originalbezeichnung, die alle in ihrer Typografie von Piet Grobler wunderschön hervorgehoben wurden.

Dieses Bilderbuch lebt in der Tat von dem sehr beeindruckenden und modernen Illustrationsstil. Die Zeichnungen konnten mir sogar mehr imponieren, als der Inhalt der Geschichte. Während ich mir in der Geschichte  hier und da einige Kürzungen gewünscht hätte und für eine Fabel typische Moral als Ergänzung, konnte ich mich an den Bildern einfach nicht satt sehen. Die feinen Pinselstriche und der sehr individuell angehauchte Farbverlauf, sind in Verbindung mit dem einzigartigen afrikanischen Flair ein wundervolles Kennzeichen Goblers Illustrationskunst.

Blick ins Buch

Bojabi, der Zauberbaum

 

 

Auf der Plattform „Lehrermarktplatz“ findet sich zum Bilderbuch ein Arbeitsblatt für die Weiterarbeit an der Fabel „Bojabi, der Zauberbaum“:

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(Material-ID: 122754)

Fazit

Fantastische Bilder, jede Seite ein Genuss!

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