Sandra Dieckmann – Das magische Funkeln

Weißt du, manchmal brauchen wir etwas nicht mehr.
Dann denken wir nicht mehr daran, bis es am Ende verschwunden ist.
Vielleicht hast du deine Feder nicht mehr gebraucht.

Das Bärenkind ist ängstlich und traut sich Dinge nicht zu. Während seine Brüder geschwind auf hohe Bäume klettern oder im reißenden Fluss fischen, schaut er lediglich zu. Eines Nachts kommt ein Feuervogel und schenkt dem Bären eine leuchtende Feder als Glücksbringer. Dieses magische Funkeln verleiht dem Bären Zuversicht und Mut. Er eilt sogar einem Hasenmädchen zur Hilfe.

Doch genau danach ist seine wundersame Feder verschwunden. Er befragt alle Tiere, doch keines hat die Feder jemals erblickt. Seine Mutter gibt ihm schließlich irgendwann den Hinweis, dass man im Laufe des Lebens etwas loslassen muss, weil es sein Wunder bereits vollbracht hat. Man trennt sich von Dingen, die keinen Nutzen mehr haben.

Die Welt stand ihm offen und es konnte es kaum erwarten, sie zu entdecken …

Dieses Bilderbuch ist schön und irgendwo sehr rührend zugleich. Es schildert den Lauf des Lebens und die notwendige Entwicklung von Gebrauchtsein und Loslassen. Es gibt Begleiter im Leben, sei es Menschen oder Dinge, die zu gewissen Zeitpunkten ihre Sinnhaftigkeit entfalten. Dacnh erlischen sie stillt und leise und geraten womöglich in Vergessenheit.

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Susan Verde und Peter H. Reynolds – Ich bin ein Mensch

Rezension

Das Titelbild suggeriert bereits, was das Menschsein ausmacht: Der Protagonist zeigt eine offene Körperhaltung, beide Arme sind ausgebreitet, die Beine fest im Boden verankert, die Augen geschlossen, gut in sich hineinspürend, begrüßt er die komplette Gefühlswelt und alle Abenteuer, die das Leben zu bieten hat.

Dieses Bilderbuch lehrt Achtsamkeit sich und anderen gegenüber. Es wird getragen von einer ehrlichen Akzeptanz und einem tief verwurzelten Mitgefühl. Das Leben ist eine unglaubliche Reise und jedes Individuum folgt seinem Pfad. Auf diesen Wegen lernen und staunen wir nicht nur, sondern machen auch Fehler. Wir verletzen andere und werden auch selbst verletzt, sei es mit Worten, Taten oder auch nur mit Schweigen. Wir bremsen und blockieren uns selbst, aus Angst oder Unsicherheit. Hin und wieder sind die Ansprüche und Erwartungen so hoch, dass wir Sorge haben, nicht genug zu sein.

Hier sind so viele wertvolle, realitätsnahe, aber auch gleichzeitig bildliche Darstellungen von Werten, dass sich wohl jeder berührt sehen wird. Jede Seite strahlt Empathie aus und gleichzeitig wird gezeigt, dass man es besser machen kann, indem man anderen hilft, für sie da ist und eben versucht, die beste Version seiner Selbst zu sein. Die Illustrationen sind reduziert und pointiert genug, um die inhaltliche Botschaft zu überbringen. Das letzte Bild zeigt den Jungen mit Flügeln schwebend und den folgenden Worten endend:

Ich bin voller Hoffnung.

Blick ins Buch
Fazit

Ein Bilderbuch, das sich Groß und Klein gerne öfter zur Hand nehmen sollte. Die Botschaft bleibt immer aktuell, egal in welcher Lebenslage!

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