
![]()
Wie benimmt sich ein braves Haustier?
Regel Nummer 4: „Nicht lärmen, wenn Wilfried seine Lieblingsplatten abspielt.“
Der kleine Wilfried hat seine ganz besonderen Vorstellungen von einem Haustier und wie es sich zu benehmen hat. Nach der Namenstaufe seines Elches „Marcel“, stellt er einen Regel-Katalog, mit den fĂĽr ihn wichtigsten Vorschriften, zusammen. Doch der eigenwillige Elch scheint ebenfalls seine ganz eigenen Regeln zu haben und tut sich mit Wilfrieds Gesetzmäßigkeiten durchaus schwer. Er ignoriert die Regel Nummer 7 „Da hingehen, wo Wilfried hingehen will“ und so kommt es, dass er von einer fremden Frau den Apfel aus der Hand frisst. Wutentbrannt rennt Wilfried nach Hause und kommt schlieĂźlich zu der Ăśberzeugung seinen Regel-Katalog eventuell doch einmal ĂĽberdenken zu mĂĽssen.
![]()
Oliver Jeffers‘ Illustrationen strotzen vor Individualität, in Form von gemischten Stilen, wie z.B. hier ein zeitungsangehauchter, verpixelter Hintegrund, zusammen mit AbdrĂĽcken einer sehr fein schraffierten Landschaft und den in hohem MaĂźe liebenswĂĽrdigen Figuren mit Streichholzbeinchen.
Diese Individualität und Eigenwilligkeit spiegelt sich ebenfalls in den Charakteren der Figuren wider. Wilfried will sein Haustier so formen, wie er es gerne hätte. Seine WĂĽnsche entsprechen jedoch keineswegs dem Wesen des Tieres. Und so wird der blaue Faden, der Wilfried und Marcel stets begleitet, zum Sinnbild der „Einschränkung“ und „Anbindung“, was jedoch schlieĂźlich in einer „Verhederrung“ resultiert.
Wilfried ist gezwungen zu erkennen, dass sein Regel-Katalog zu diesem Haustier nicht passt und schleunigst ĂĽberarbeitet werden muss. Dieser Erkenntnisgewinn wird durch das in zwei geteilte Namensschild verbildlicht und kann als Symbol fĂĽr „Freiheit“ interpretiert werden. Die neue und nun einzige Regel ist besonders reizend formuliert worden und stellt sich fĂĽr dieses Bilderbuch als eine herrlich passende Pointe heraus.
Dieses Bilderbuch kann als Einstieg in das Sachunterrichtsthema „Haustiere“ dienen. Nach der humorvollen Darstellung von Wilfrieds Regeln, kann gemeinsam ĂĽberlegt werden, welche Haustiere was benötigen, um sich wohl zu fĂĽhlen. Der Lernzuwachs, nach vorheriger ausfĂĽhrlicher Recherche, kann in Steckbriefen zu unterschiedlichen Haustieren festgehalten werden.



Es ist aber auch denkbar den amüsanten Regel-Katalog von Wilfried im Deutschunterricht in kooperativen Lernformen zu ergänzen. Schließlich stellt Wilfried nur fünf seiner insgesamt 73 ausgedachten Regeln dem Leser vor. Hier darf der Fantasie bei der Zusammenstellung absurder Anordnungen freien Lauf gelassen werden:

Tolle Verbildlichung eines bedeutenden Themas, nicht nur in Bezug auf Haustiere!
bei amazon.de
