Das Bilderbuch Flapp lernt fliegen erzählt die Geschichte der kleinen Fledermaus Flapp, die zunächst Angst hat, ihre Flügel auszuprobieren. Eine Motte spricht ihr Zuversicht zu. Doch der erste Flugversuch scheitert, sodass die Fledermaus nicht mehr an sich glaubt und stattdessen behauptet „Das kann ich nicht!“. Hier gilt es dranzubleiben und weiterzumachen, denn oft ist es so, dass man es „noch“ nicht kann. Die Botschaft ist klar: Dinge gelingen oft erst dann, wenn man sie immer wieder wagt. Kinder erfahren dabei, wie wichtig Mut und Selbstvertrauen sind, um neue Fähigkeiten zu entwickeln.
Besonders gelungen sind die Reime, die den Text tragen. Sie fördern das Sprachgefühl, laden zum Mitsprechen ein und erweitern spielerisch den Wortschatz. Durch den rhythmischen Sprachfluss eignet sich das Buch hervorragend zum Vorlesen und Mitsprechen, was den Kindern Freude macht und gleichzeitig die Sprachentwicklung unterstützt.
Auch die Illustrationen sind lebendig und greifen die Gefühle von Flapp eindrucksvoll auf. So können Kinder sich gut in die Figur hineinversetzen. Das Bilderbuch vermittelt kindgerecht, dass es normal ist, zunächst unsicher zu sein und dass man durch Übung und Vertrauen in sich selbst große Erfolge erzielen kann. Das Bilderbuch stärkt so sowohl das Selbstvertrauen als auch die sprachliche Entwicklung der Kinder.
Die Angst vor dem Scheitern ist bei alledem der furchteinflößendste Teil. Sie hält die meisten Menschen davon ab, etwas zu beginnen. Der einzige Weg, um dorthin zu gelangen, wo man hin möchte, beginnt mit dem ersten Schritt in diese Richtung.
„Wie macht man das?“
So beginnt dieses Bilderbuch vom Autor Kobi Yamada, der uns alle bereits mit dem preisgekrönnten Bilderbuch „Vielleicht“ verzaubern konnte. Wertvolle und ausdrucksstarke Lebensweisheiten finden sich auch in dieser Geschichte, die das lebenslange Lernen im Fokus hat.
Die Anfangsfrage setzt eine gewisse Neugierde voraus und die Bereitschaft zu lernen. Der Protagonist betritt das Atelier eines Bildhauers und ist mehr als beeindruckt von seiner Kunst. Für ihn steht fest, dass er so etwas Beeindruckendes niemals erschaffen könnte. Der Bildhauer widerspricht ihm und behauptet, dass der beste Weg, seinen Talenten eine Chance zu geben, im Versuch alleine liegt.
So beginnt der Junge mit einem Meißel das Hauen einer Skulptur aus einem Steinblock. Der Weg ist steinig und von Frustration, Selbstzweifel, Enttäuschung und Versagensangst geprägt. Er kann seiner eigenen Erwartungshaltung nicht gerecht werden. Regelmäßig sucht er den Lehrmeister auf, um sich Rat zu holen. Dieser bestärkt ihn darin, Fehler als Lernchance zu sehen. Fehler bedeuten, dass man Fortschritte macht und Risiken eingeht, Mut zeigt und sich traut, nicht stehen zu bleiben. Hingabe und Ausdauer bringen einen dahin, es wieder und wieder zu versuchen.
Die Wahrheit ist, wir alle scheitern.
Schließlich öffnet der Bildhauer dem Jungen das Tor zu seinen „Fehlern“ und beide bestaunen in einem abgelegenen Garten die unterschiedlichsten Statuen, die alle in ihrer ganz eigenen Schönheit glänzen. Und so strahlt diese Doppelseite ein wahrhaftiges Selbstvertrauen und Selbstakzeptanz aus. Erstmals erblickt der Leser feine Farbnuancen in den sonst sehr graudominierten Illustrationen, die auf Bewegung, Flexibilität und Wachstum hindeuten. Man muss sich erlauben, eben nicht perfekt sein zu müssen, sondern Fehlversuche und Entwicklungsschritte als Etappen auf einem Lebensweg zu betrachten.
Elise Hurst spielt gekonnt mit Licht und Schatten in ihren Bleistiftzeichnungen, die wie Radierungen wirken. Ihre Zeichensprache zeugt von Tiefe und Schwere und fängt das Leben in seinen Schwingungen sehr gut ein. Das Bildmotiv der roten Katze begleitet den Jungen von Anfang an und ist nicht nur sein Motiv, sondern auch der Hoffnungsträger. Man meint, dass die Katze anspornt, motiviert und antreibt. Hier steckt Seele in den Bildern. Die Charaktere erscheinen eher schemenhaft und genau dieser Schleier ist die Übertragung auf den Leser und seine Lebensgeschichte, so wie es die letzte Seite andeutet.
Versuchen heißt, mutig genug zu sein, anzufangen und sich das Lernen auf dem Weg zu erlauben.