Sophia Bennett – Wie Zuckerwatte mit Silberfäden

Klappentext:

„Silberne Leggins und abgeschnittene Glitzertops – Nonie liebt ihre selbst gemachten Outfits. Je schriller, desto besser. Jenny dagegen steckt gerade in einer ernsthaften Klamottenkrise. Und Edie  hält Mode für oberflächlich und will lieber die Welt retten. Dann taucht Krähe auf. Sie ist hochtalentiert im Designen, weniger talentiert in Rechtschreibung und völlig aufgeschmissen, wenn’s um die Verwirklichung ihres Traums geht. Ganz klar, dass Nonie, Jenny und Edie die Sache in die Hand nehmen.“

Rezension:

Drei ganz unterschiedliche Mädchen sind die besten Freundinnen. Jede hat unterschiedliche Interessen: Nonie begeistert sich für Mode und trägt die ausgefallensten Outfits. Jenny ist Schauspielerin und lernt sich im Rampenlicht zu behaupten. Edie versucht unermüdlich die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Dann taucht Krähe auf, ein junges afrikanisches Mädchen, mit wie sich mit der Zeit herausstellt, unglaublich viel Talent. Dieses Mädchen lehrt die drei Freundinnen was es heißt für einen Traum zu leben und zu arbeiten. Was es heißt die Familie nicht zu sehen und die schlimmsten Erlebnisse zu verarbeiten. Alle drei begleiten und helfen Krähe bei der Verwirklichung ihres Traums und lernen was es heißt sich im Leben zu behaupten und Verantwortung zu übernehmen.

Oberflächlich handelt das Buch, offensichtlich vordergründig an Mädchen gerichtet, von Mode, Lifestyle, Klatsch und Tratsch. Dabei merkt man auch, dass die Autorin sich sehr gut in die Jugend hineinversetzen kann, die Wortwahl, die Auswahl der Stars und Shops (ja ich meine Topshop :-)) und so viele andere Kleinigkeiten  sind genau aus der Welt der Jugendlichen. Doch es geht in dem Buch auch um Tiefsinniges: die Kinderarmee in der afrikanischen Welt und was es heißt Initiative zu ergreifen und selbst zu handeln, um zu helfen. Dank Krähes Geschichte wachsen die Freundinnen über sich hinaus und entdecken an sich Stärken, die jede genau auszubauen weiß.

Das Buch braucht Zeit, um den Leser einzufangen, doch dann wird es aber auch spannend.

Fazit:

Träume, die Wirklichkeit werden und Schicksale, die berühren!

Bewertung:

Bettina Belitz – Splitterherz

Buchrückentext:

„Etwas hat sich verändert. Ich kann es wittern. Die Luft ist weicher geworden, der Wald grüner, der Nachthimmel schwärzer. Der Mond weint, eine neue Seele ist da. Sie ist zart und wild zugleich. Sie hat Widerhacken. Sie schmeckt köstlich.“

Klappentext:

„Es gibt genau einen Grund, warum Elisabeth Sturm nicht mit fliegenden Fahnen vom platten Land zurück nach Köln geht, und dieser Grund heißt Colin. Der arrogante, unnahbare, aber leider auch äußerst faszinierende Colin gibt Ellie ein Rätsel nach dem anderen auf, und obwohl sie sich mit aller Macht dagegen wehrt, kann sie sich seiner Ausstrahlung nicht entziehen. Bald muss Ellie einsehen, dass Colin viel mehr mit ihrer Familie verbindet, als sie sich je vorstellen könnte. Ihr Vater Leo verbirgt ein Geheimnis, das ihn und Colin zu erbitterten Gegnern macht – und das Ellie in tödliche Gefahr bringt. Dass sie mit ihren seltsamen nächtlichen Träumen den Schlüssel zu dem Rätsel in der Hand hält, begreift Ellie erst, als ihre Gefühle für Colin alles zu zerstören drohen, was sie liebt.“

Inhalt:

Ellie, eine siebzehnjährige spätpubertierende Einserschülerin zieht notgedrungen von der Großstadt Köln nach Kaulenfeld, einem 400 Seelen Dorf. Auch wenn das Einleben in dem doch so stillen Dorf, welches ganz anders als Köln ist, zu Anfang etwas schwer fällt, fängt Ellie das Leben auf dem Land langsam zu gefallen an. Das liegt jedoch nicht unbedingt an ihren Klassenkameraden, denn so richtig Kontakt kann sie zu keinem knüpfen, auch wenn die anderen sich Mühe geben. Doch Colin, ein zwanzigjähriger Förster, den die anderen Dorfbewohner als sonderbar empfinden, weckt Ellie’s Interesse und Neugier.  Nicht zuletzt weil er ihr das Leben gerettet hat, als sie in einen furchtbaren Sturm geraten ist. Sie fühlt sich zu ihm hingezogen, vielleicht auch weil er sie zu durchschauen scheint und weil er noch unnahbarer wirkt, als sie selbst. Doch bald muss Ellie feststellen, dass nicht nur Colin ein Geheimnis birgt, sondern auch ihr Vater Leo, ein anerkannter Psychiater. Doch auch Ellie verändert sich, sie überfällt immer häufiger der Drang nach Schlaf, in den unmöglichsten Situation fühlt sich dem „Traumsog“ verfallen. Ellies bisheriges Leben gerät ins Wanken, wem kann sie noch glauben? Und kann die Wahrheit tatsächlich Wirklichkeit sein?

Meinung:

Zuallererst ist mir das wunderschöne Buchcover aufgefallen, ein Meisterwerk, wie ich finde. Die Farben und jedes einzelne Blättchen und Herzchen sind unglaublich passend gewählt, sodass ich Stunden auf dieses Bild starren könnte.
Die Sprache ist so bildlich und atmosphärisch, dass man die Szenen im Wald und die Natur des einsamen Dorfes genau vor Augen hat. Die Figuren sind wunderbar dargestellt und zum Teil kantig, aber das macht sie für mich um so liebenswerter. Die Wendungen im Buch waren für mich teilweise gar nicht vorauszuahnen, was ebenfalls ein Punkt ist, was ein gutes Buch ausmacht. Die Handlungsfäden sind gekonnt verknüpft, sodass man als Leser die vorherige Erwähnung bestimmter Geschichten und Gefühle im Verlauf des Buches nun zu einem sinnvollen Bild zusammenfügen kann. Das Ende des Buches zwingt den Leser unwiderstehlich sich um die Fortsetzung der Trilogie zu bemühen. Der zweite Teil erscheint unter dem Titel Scherbenmond Anfang nächsten Jahres. Man darf also gespannt sein, ich bin es auf jeden Fall!

Fazit:

Sind die ersten Seiten von Splitterherz gelesen, hüllt einen die Geschichte wie ein seidener Kokon ein, Widerstand ist zwecklos.

Bewertung:


Carlos Ruiz Zafón – Der dunkle Wächter

Buchrückentext:

„Nach düsteren Tagen wünscht sich Irene das Glück des Sommers. Als sie mit dem Jungen Ismael an der Blauen Bucht liegt, scheint alles perfekt. Doch der Spielzeugfabrikant, der Irenes Mutter auf seinen Landsitz Cravenmoore geholt hat, hegt ein finsteres Geheimnis. Alle Zimmer seines gewaltigen Hauses stehen voll selbstgebauter Automaten und raffiniertem Spielzeug, und einige Räume dürfen nie betreten werden. Im großen Wald rings um die Villa geht der Besitzer oft spazieren. Aber auch ein sonderbares Geschöpf treibt sich dort herum, das einem Alptraum zu entstammen scheint…
Bald jagen dunkle Schatten durchs Haus, und im Nebel drohen vom Leuchtturm die gefürchteten Septemberlichter. Cravenmoore entpuppt sich als Ort des Schreckens. Irene und Ismael kämpfen im größten Abenteuer ihres Lebens um ihre Liebe. Und sie erfahren: Was man dem Bösen versprochen hat, das wird es sich holen.“

Inhalt:

Simone Sauvelle und ihre beiden Kinder Irene und Dorian ziehen nach dem Tod ihres Ehemanns bzw. Vaters nach Cravenmoore, denn da hat Simone eine neue Arbeitsstelle als Haushälterin bei dem Spielzeugfabrikanten Lazarus angenommen. Sie wohnen ab nun an in einem kleinen Häuschen am Waldrand und alles scheint zu schön, um wahr zu sein. Der neue Arbeitgeber ist ein symphatischer und sehr freundlicher Mensch, er heißt sie in seinem Haus willkommen und stellt ihnen Hannah vor, ein Mädchen welches die Woche über bei ihm wohnt und arbeitet und das Wochenende an einem nahen Fischerdorf bei ihrer Familie verbringt. Hannah ist ein sehr aufgewecktes Mädchen und sprüht vor Energie. Sie hat sich allerdings noch nie in diesem riesigen, dunklen, unheimlichen Haus wohl gefühlt und ihre Neugierde wird ihr schließlich zum Verhängnis…

Ismael, Hannahs Cousin, wird Irene vorgestellt und sie verstehen sich auf Anhieb und zwar so gut, dass er ihr auf seinem Boot die Blaue Lagune zeigt. Doch gerade dann, wenn die beiden ihre Liebe für einander entdecken, wird diese von etwas Geheimnisvollem überschattet. Sie begeben sich auf die Suche und erleben das Abenteuer ihres Lebens, welches jedoch auch ihr eigenes Leben in Gefahr bringt. Sind sie diesen übernatürlichen Kräften gewachsen?

Meinung:

Für mich ist dieses das zweite Buch von Zafón, welches ich lese. Nach der Schatten des Windes bin ich über Der dunkle Wächter etwas enttäuscht. Womöglich waren meine Erwartungen aber auch zu hoch angesetzt. Man muss allerdings betonen, dass dies ein Jugendbuch ist, empfohlen für Kinder ab 14 Jahren, was ich persönlich zu niedrig angesetzt finde, denn da werden schon grausame Morde und beängstigende Szenarien dargestellt.

Nichtsdestotrotz liebe ich die bildliche Sprache von Zafón, als Leser fühlt man sich in diese Geschichte hineinversetzt und man hat dieses gruselige Haus bildlich vor seinem inneren Auge. Die Spannung hält er gekonnt und in richtigen Momenten aufrecht, sodass es dem Leser auch bei diesem Buch schwer fällt es aus der Hand zu legen. Die Handlungsfäden sind sehr originell verknüpft und der Leser darf im Verlauf des Buches selber rätseln, wer denn nun der Böse in dieser Geschichte ist.

Fazit:

Auf über 350 Seiten liest man sich regelrecht in einen Rausch; eine durchaus gelungene Mischung aus Fantasy- und Jugendroman.

Bewertung: